Nutri-Score: Gesünder essen mit der "Ernährungs-Ampel"

Stand: 09.10.2020 15:18 Uhr

Gesunde Lebensmittel zu erkennen, ist nicht einfach. Ab November soll der sogenannte Nutri-Score Verbrauchern beim Einkauf schnelle Orientierung bieten - und vor weniger gesunden Produkten warnen.

Nach jahrelanger Diskussion und einer Verbraucherstudie hatte sich das Bundesernährungsministerium für das französische System entschieden. Jetzt hat auch der Bundesrat zugestimmt. Künftig sollen viele Produkte den Nutri-Score deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Verpackung tragen. Allerdings bleibt die Kennzeichnung für Hersteller freiwillig.

Fünf Stufen von A bis E

Verbraucher können mit Hilfe von Nutri-Score auf einen Blick erkennen, wie verarbeitete Lebensmittel aus ernährungsphysiologischer Sicht einzustufen sind. Waren mit einem großen "A" auf grünem Grund sind vergleichsweise hochwertig, Produkte mit einem "E" auf rotem Grund eher ungünstig. In die Bewertung fließen verschiedene Faktoren ein:

Berechnung nach positiven und

Jeder Bestandteil wird mit gewichteten Punkten bewertet. Ein hoher Gehalt positiver Stoffe kann damit negative Inhalte ausgleichen, der exakte Anteil wird nicht genannt. Nicht bewertet bleiben unter anderem: Vitamine, Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren, Zusatzstoffe, Süßstoffe, Aromen. Die Einordnung bezieht sich auf 100 Gramm des Nahrungsmittels, unabhängig vom Gewicht der Packung. So lassen sich besonders ähnliche, aus vielen Zutaten produzierte Lebensmittel von unterschiedlichen Herstellern gut vergleichen.

Nährwert-Tabelle bleibt erhalten

Verbraucher können sich bereits über die Nährwerte eines Produkts informieren. Doch die Tabellen mit Angaben zu Energie, Fett, Kohlenhydraten, Salz und Eiweiß werden meist recht klein auf die Rückseite der Verpackung gedruckt. Sie bieten zwar mehr Informationen als die neue Kennzeichnung, sind jedoch unübersichtlicher. Der Nutri-Score soll die Nährwert-Tabellen nicht ersetzen, sondern zusätzliche Orientierung bieten. Einige Hersteller drucken die "Nährwert-Ampel" bereits auf ihre Waren.

Verbraucherschützer und Mediziner zufrieden

Der Bundesverband Verbraucherzentralen hatte sich seit langem für den Nutri-Score eingesetzt. Die Kennzeichnung sei zwar nicht perfekt, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßte die Entscheidung für den Nutri-Score. Der Verband forderte zusätzlich ein Werbeverbot für Lebensmittel, die speziell an Kinder verkauft werden sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 09.07.2020 | 06:40 Uhr

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