Stand: 21.06.2019 15:49 Uhr  | Archiv

Meyer Werft: Ozeanriesen aus dem Emsland

Schiffbau hat im emsländischen Papenburg eine lange Tradition. So existiert die Meyer Werft seit 1795 - und ist seitdem in der Hand der Familie geblieben. Zunächst baute die Werft Holzkähne, ab 1872 dank eigener Gießerei und Maschinenfabrik dampfbetriebene Eisenschiffe. Nach der Eröffnung einer neuen Seeschleuse 1902 konnte die Meyer Werft auch größere Wasserfahrzeuge herstellen. In den 70er-Jahren verlegte die Werft ihren Standort auf ein neues Gelände am Stadtrand. Dort stehen heute zwei riesige Baudocks, in denen bis zu 340 Meter lange Ozeanriesen auf Kiel gelegt werden. 2008 wurde das zweite Baudock um 120 Meter auf einen halben Kilometer Länge vergrößert.

Schwerpunkt Ozeanriesen

1986 lief bei Meyer das erste Kreuzfahrtschiff vom Stapel. Seitdem ist die Werft auf riesige Luxusliner spezialisiert. Außerdem baut das Unternehmen Fähren, Spezialfrachter und Gastanker. Der Grund für die Spezialisierung: Bei großen Standardfrachtern können die Schiffbauer im Emsland nicht mit südostasiatischen Konkurrenten mithalten, die Schiffe günstig in Serie produzieren.

Besucher willkommen

Besuch auf der Meyer Werft

Die Papenburg Tourismus organisiert Führungen durch die Meyer Werft. Die Tour dauert etwa zwei Stunden.
Aktuelle Termine und Preise auf der Website der Papenburg Tourismus (siehe Link im Text), Tel.: (04961) 83 96 0

Immer wenn ein neuer Ozeanriese die Werft verlässt, versammeln sich Tausende Schaulustige. Sie wollen beobachten, wie die gewaltigen Schiffe auf der schmalen Ems rund 40 Kilometer bis zur Nordsee geschleppt werden. Auch sonst lässt sich der Schiffbauer gerne in die Hallen schauen. Ein Besucherzentrum informiert umfassend über die Geschichte der Werft und bietet spektakuläre Blicke auf die Schiffs-Neubauten. Führungen müssen vorab bei der Papenburg Tourismus gebucht werden.

An der Werft kommt keiner vorbei

Mit rund 3.400 Mitarbeitern ist die Meyer Werft der größte Arbeitgeber der Region an der Grenze zu den Niederlanden. Hinzu kommen Zulieferbetriebe mit etwa 5.000 Beschäftigen. 75 Prozent der Schiffsausstattung wird extern produziert und komplett angeliefert.

Welche Bedeutung die Werft für Niedersachsen hat, zeigt auch das 2002 fertiggestellte Emssperrwerk Gandersum bei Leer. Von Bund und Land finanziert, schützt es offiziell das Landesinnere vor Sturmfluten. Vor allem profitiert jedoch die Meyer Werft: Nur wenn die Ems aufgestaut wird, können die größten Schiffe der Werft von Papenburg aus problemlos die Nordsee erreichen.

Karte: Standort der Meyer Werft in Papenburg
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Die Meyer-Werft mit Ausrüstungspier in Papenburg. (Archivbild) © dpa-Bildfunk Foto: Ingo Wagner

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