Stand: 07.06.2019 11:00 Uhr

Prima Klima: Zimmerpflanzen steigern Wohlbefinden

Mit ein paar schönen Pflanzen wirkt jedes Zuhause gleich viel wohnlicher. Doch Zimmerpflanzen sind nicht nur dekorativ, sondern auch wichtig für ein gutes Raumklima.

Pflanze in einem Topf.

Gartentipp: Zimmerpflanzen machen gute Luft

Nordmagazin -

Pflanzen dienen nicht nur als Dekoration, sie sind auch sehr wichtig für das Raumklima. Welche Arten eignen sich und was muss beim Standort beachtet werden? Peter Rasch gibt Tipps.

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Menschen atmen Kohlendioxid und Feuchtigkeit aus, beides lagert sich in der Raumluft an. Neben der Temperatur bestimmen diese Faktoren maßgeblich die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden. Ideal ist eine Raumtemperatur zwischen 18 und 21 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent. Die Kohlendioxid-Konzentration in der Raumluft sollte ebenfalls nicht zu hoch sein.

Grünpflanzen können Schadstoffe binden

In der Raumluft gelöste Schadstoffe aus Möbeln, Teppichen und Baustoffen können zudem bei empfindlichen Menschen Schwindel, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Allergien, Asthma oder Erkrankungen der Nasennebenhöhlen auslösen. Grüne Zimmerpflanzen können helfen, das Raumklima auf natürliche Weise zu verbessern - und sogar Schadstoffe binden.

Sauerstoffspender und Luftbefeuchter

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Tipp: Je mehr Pflanzen aufgestellt werden, hier Nestfarn, desto größer ist die Sauerstoff- und Befeuchtungsleistung.

Grünpflanzen wandeln über das Chlorophyll in ihren Blättern mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid (CO2) unter anderem in Sauerstoff um. Dieser biochemische Vorgang heißt Fotosynthese. Ein weiterer Vorteil von Zimmergewächsen ist die natürliche Luftbefeuchtung, denn mehr als 90 Prozent des Gießwassers wird wieder an die Umgebung abgeleitet - und zwar frei von Keimen. Bei trockener Heizungsluft im Winter ist das eine Wohltat für die Nasenschleimhäute und damit eine wirksame Vorbeugung gegen Erkältungen. Bei hohen Temperaturen im Sommer sorgt die Feuchtigkeitszufuhr zudem für angenehme Kühle.

Hierbei gilt: Je mehr Pflanzen, desto größer die Sauerstoff- und Befeuchtungsleistung. Gut geeignet für diesen Zweck sind großblättrige Arten wie beispielsweise Zimmerlinde, Nestfarn, Zyperngras, Ficus, Kolbenfaden oder Aralien-Arten. Abhängig von den Gießintervallen lässt sich mit Zimmerpflanzen die Luftfeuchtigkeit um etwa fünf Prozent erhöhen.

Besondere Arten für das Schlafzimmer

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Bromelien gehören zu den Gewächsen, die über Nacht Kohlendioxid absorbieren.

Gerade im Schlafzimmer spielt ein gutes Raumklima eine wichtige Rolle. Während Pflanzen nachts meist, wenn die Fotosynthese zum Erliegen gekommen ist, Kohlendioxid abgeben, gibt es Arten, die es in dieser Zeit aufnehmen. Sie können hervorragend im Schlafzimmer aufgestellt werden. Zu diesen Pflanzen gehören unter anderem Bogenhanf, Echte Aloe, Bromelie und Orchidee. Um den Pflegeaufwand durch häufiges Gießen zu reduzieren, ist die Verwendung von Tongranulaten empfehlenswert. Sie sind außerdem weniger anfällig für gesundheitsschädlichen Schimmelpilzbefall als normale Blumenerde.

Tropische Pflanzen für dunklere Ecken

Die gängigsten Zimmerpflanzen kommen aus den Tropen. Unter dem dichten Blätterdach des Regenwaldes ist es sehr dunkel und die Pflanzen, die dort wachsen, eignen sich auch für dunkle Ecken in den eigenen vier Wänden. Wer Palmen liebt, kann dort zum Beispiel die Kentia-Palme aufstellen. Diese wächst ursprünglich im Unterholz und braucht wenig Licht - Halbschatten oder Schatten reichen ihr völlig aus.

Zimmerpflanzen für dunkle Räume und gute Luft

Sie ist allerdings beim Gießen etwas sensibel und sollte immer eine leicht feuchte Erde haben. Wer wenig gießen möchte, kann sich eine Zamioculcas, auch Glücksfeder genannt, zulegen. Sie hat eigentlich nur ein Problem - meistens wird sie zu viel gegossen, was zum Absterben der Pflanze führt. Auch einheimische Pflanzen, wie die Begonie, fühlen sich im Halbschatten und Schatten wohl. Bei kühleren Raumtemperaturen zwischen 10 und 18 Grad eignen sich auch Efeu oder Farne.

Grünpflanzen als natürliche Schadstoffkiller

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Ist die Raumluft mit Formaldehyd belastet, können Grünlilien wirksam Abhilfe schaffen.

Einige der grünen Zimmerbewohner können jedoch noch viel mehr: Bestimmte Arten sind in der Lage Giftstoffe wie Formaldehyd (Spanplatten von Möbeln), Benzol (Lacke und Kunststoffe) oder Trichlorethylen (Farben/Lacke, chemische Reinigungsmittel) aus der Raumluft zu filtern. Australische Wissenschaftler haben in Testreihen festgestellt: Grünpflanzen können die Schadstoffbelastung in der Raumluft um mehr als 50 Prozent senken.

Hierzu universell einsetzbar sind Gewächse wie Efeu, Philodendron und Drachenbaum, aber auch das Einblatt oder Nestfarn. Wer gezielt die Formaldehyd-Belastung senken möchte, sollte unter anderem die Echte Aloe oder die Grünlilie zu Hause aufstellen.

Sogar die NASA hat bereits mit diesen Pflanzen experimentiert, um die Luft in Raumschiffen zu verbessern und empfiehlt, eine Pflanze auf einer Fläche von zehn Quadratmetern aufzustellen. Der große Vorteil von den Pflanzenfiltern im Gegensatz zu herkömmlichen Raumluftfiltern ist, dass sie geringe Betriebskosten haben, keinen Strom benötigen, im besten Fall nicht ständig ausgetauscht werden müssen, dass sie geräuschlos sind und 80 Prozent des Gießwassers in Luftfeuchtigkeit umwandeln. Übrigens: Für die meisten dieser Pflanzen braucht man nicht einmal einen grünen Daumen. Sie sind praktischerweise auch noch pflegeleicht.

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Dieses Thema im Programm:

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