Stand: 17.09.2020 11:48 Uhr

Sommerschnitt für Beerensträucher und Apfelbäume

Apfelbäume und auch viele Beerensträucher tragen im Sommer noch reichlich Früchte. Dennoch macht es Sinn, sie nach der Ernte zu beschneiden, denn das stärkt die Pflanzen und fördert die Fruchtknospenbildung im kommenden Jahr. Außerdem verheilen die Schnittwunden im Sommer sehr gut.

VIDEO: Beerensträucher und alte Apfelbäume schneiden (2 Min)

Beerensträucher für eine bessere Ernte auslichten

Bei Beerensträuchern wie Stachel-, Johannis- und Himbeeren gilt, dass ein starker Rückschnitt einen starken Austrieb fördert. Die Sträucher tragen an jungem Holz die größten und leckersten Früchte, deshalb sollten ältere Triebe entfernt werden. Man erkennt sie an der dunklen Färbung. Wichtig: Nicht nur die Spitzen, sondern die ganzen Ruten dicht am Boden abschneiden. Bei jungen Sträuchern werden in den ersten Jahren die Haupttriebe um ein Drittel gekürzt, um diese zu stärken.

Jemand beschneidet einen Himbeerstrauch.
Beerensträucher sollten dicht über dem Boden abgeschnitten werden. Das verhindert das Eindringen von Pilzerregern.

Tipp fürs Schneiden: Den Schnitt möglichst gerade setzen, denn je gerader die Schnittfläche, desto kleiner die Wundfläche. Zur Orientierung: Ein gut aufgebauter Strauch sollte etwa acht bis zwölf gleichmäßig verteilte Haupttriebe haben, die übrigen können weg.

Bei Himbeeren unterscheidet man zwischen sommer- und herbsttragenden Pflanzen. Erstere sollten Ende Juli/Anfang August beschnitten werden, weil man dann gut erkennt, welches Holz alt ist. Das sind die Triebe, die Früchte getragen haben. Die neuen Triebe bleiben stehen, dort wachsen im nächsten Jahr die Früchte. Bei Himbeeren, die im Herbst reif sind, ist der Rückschnitt einfacher. Im Frühjahr werden sämtliche Triebe bodennah zurückgeschnitten.

Apfelbäume durch Auslichten stärken

Auch bei Apfelbäumen, die viele Früchte tragen, sollte man im Sommer einige Äste zurückschneiden. Das entlastet den Baum, fördert die Fruchtknospenbildung im kommenden Jahr und erhöht die Lebensdauer. Wird ein Baum nicht beschnitten, ist er irgendwann zu dicht, wird krankheitsanfälliger und die Früchte im Inneren des Baumes reifen nur schlecht aus, weil sie zu wenig Sonnenlicht abbekommen.

Wie erkenne ich, welche Äste wegkönnen?

Absägen sollte man in erster Linie ältere Äste, die von anderen überlagert werden, nach unten hängen und nur noch wenig Licht erhalten. Man erkennt sie meist daran, dass sie schon morsch werden oder sehr stark von Flechten belegt sind. Wichtig ist, gleichmäßig auszulichten, also nicht nur an einer Seite des Baumes Äste zu entfernen, sondern rundum. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr.

Was ist der Unterschied zum Winterschnitt?

Im Winter ist ein Rückschnitt einfacher, weil der Baum dann kahl ist, aber die Wirkung ist eine andere. Während der Winterschnitt das Wachstum fördert und der Verjüngung dient, beruhigt der Sommerschnitt und fördert die Fruchtbildung.

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Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 18.09.2020 | 21:15 Uhr

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