Stand: 17.04.2020 09:04 Uhr

Richtiger Umgang mit verblühten Zwiebelblumen

Rot und gelb blühende Tulpen und Perlhyazinthen in einem Garten. © NDR Foto: Beate Saß aus Rostock
Bunte Frühjahrsgrüße Jahr für Jahr: Werden die Zwiebelpflanzen richtig behandelt, blühen sie immer wieder.

Im Frühjahr sorgen Zwiebelblumen wie Hyazinthen, Narzissen und Tulpen mit ihren bunten Blüten für erste Farbtupfer im Garten. Sind sie verblüht, sehen sie nicht mehr schön aus. Sie deshalb einfach abzuschneiden, wäre schade, denn dann blühen sie im kommenden Jahr nicht mehr.

VIDEO: Gartentipps mit René Wadas (10 Min)

Blätter nicht abschneiden

Verblühte Narzissen in einem Garten © Colourbox Foto: Verena Maria
Verwelkte Blüten abschneiden, denn sie wollen Samen bilden und schwächen die Zwiebeln unnötig.

Regel Nummer eins bei Frühblühern lautet deshalb: Die Blätter nicht abschneiden, sondern langsam eintrocknen lassen. Nur so kann die Zwiebel Kraft für die Blüte im darauffolgenden Jahr sammeln. Die Laubblätter liefern nämlich bis zum Verwelken lebenswichtige Energie für die Zwiebel, die sie für die Vorbereitung auf die nächste Wachstumsperiode und zum Überleben in der Ruhephase benötigt. Blütentriebe können bei Bedarf abgeschnitten werden.

Zwiebeln ausgraben und trocken lagern

Blumenzwiebeln © fotolia.com Foto: Olesia Sarycheva
Wichtig: Blumenzwiebeln müssen trocken und luftdurchlässig gelagert werden, etwa in einer Papiertüte, sonst faulen sie.

Sind die Blätter vertrocknet, gibt es zwei Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, die Zwiebeln auszugraben. Anschließend müssen sie vom Laub befreit, gesäubert und getrocknet werden. Das geht zum Beispiel gut in einem Netz, das an einer trockenen Stelle aufgehängt wird. Wichtig: Nur gesunde Zwiebeln aufbewahren. Alle anderen aussortieren und im Müll entsorgen, nicht auf dem Kompost, denn von dort können sich Pflanzenkrankheiten im ganzen Garten ausbreiten.

Nach dem Trocknen sollten die Zwiebeln an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern, etwa in einer Papiertüte oder einem Korb. Gut geeignet ist auch ein Karton, in dem die Zwiebeln Schicht für Schicht, jeweils getrennt durch eine Lage Zeitungspapier, einsortiert werden. Tipp: Beschriften Sie Tüte oder Karton, damit Sie später wissen, um welche Blumenzwiebeln es sich handelt. Im Herbst können die Zwiebeln wieder in die Erde gesetzt werden.

Alternative: Zwiebeln im Boden lassen

Man kann die Zwiebeln auch im Boden lassen, das hat aber einige Nachteile. Besonders schwerere Zwiebeln wie die von Tulpen bohren sich beim Wachsen immer tiefer in den Boden. So kann es passieren, dass sie es nach einigen Jahren nicht mehr schaffen, bis an die Oberfläche zu wachsen. In schweren Böden besteht außerdem die Gefahr von Staunässe. Dann verfaulen die Zwiebeln. Außerdem fressen einige Tiere, allen voran Wühlmäuse, die Zwiebeln. Das lässt sich allerdings vermeiden, wenn man einen Pflanzkorb verwendet. Krokusse und Schneeglöckchen können im Boden bleiben, wo sie sich über die Jahre selbstständig vermehren.

Bei Zwiebelblühern aus dem Topf verfährt man ähnlich wie oben beschrieben: Die Zwiebeln aus dem Topf ziehen, von der Erde befreien, in einen Korb legen und auf die Terrasse oder den Balkon stellen, bis die Blätter vertrocknet sind. Anschließend bis zum Herbst einlagern.

Zwiebelblumen durch Teilung vermehren

Viele Blumenzwiebeln bilden Brutzwiebeln. Das sind kleine Horste, aus denen oft nur noch Blätter an die Oberfläche gelangen - aber keine oder nur eine schwache Blüte. Die Brutzwiebeln sitzen an den Unterseiten der Zwiebeln. Nach dem Ausgraben kann man sie vorsichtig abtrennen, ebenfalls einlagern und im Herbst separat in die Erde setzen. So erhält man in der darauffolgenden Saison kräftige Zwiebeln, die meist im Folgejahr selbst blühen. Eine andere Variante ist die Vermehrung über Samen. Allerdings ist diese Methode sehr aufwendig und nicht immer erfolgreich.

Kleine Zwiebeln wie die von Krokussen können im Boden bleiben. Wurden sie in den Rasen gesetzt, sollte man beim Rasenmähen einen Bogen um sie machen, da auch sie ihr Grün für die kommende Saison benötigen, um Energiereserven zu speichern.

Tipp: Standorte fotografieren

Tipp: Beete und andere Standorte von Tulpen, Krokussen und weiteren Blumen am besten vorab fotografieren. Das geht schneller, als alle Kulturen zu Beispiel in ein Gartenbuch zu zeichnen. So weiß man später genau, wo welche Pflanze gestanden hat und kann die Zwiebeln im Herbst an selber Stelle neu pflanzen.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 11.04.2020 | 18:00 Uhr

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