Stand: 25.09.2019 15:45 Uhr

Regenwasser für den Garten sammeln

Bild vergrößern
Eine Regentonne nimmt wenig Platz weg.

Regenwasser für die Gartenbewässerung zu verwenden hat einige Vorteile: Das Wasser kostet nichts. Es enthält keine Mineralien, also auch keinen Kalk, da es nicht durch wasserlösliche Gesteinsschichten gesickert ist. Denn kalkhaltiges Wasser führt bei einigen Pflanzen zu einer schlechteren Nährstoffaufnahme. Zudem lässt sich Regenwasser relativ einfach auffangen, wenn ein Gebäude mit Regenrinne vorhanden ist. Das kann auch der überdachte Fahrradabstellplatz eines Mehrfamilienhauses sein.

Regentonne an Fallrohr anschließen

Das Regenwasser wird in einer Regentonne aufgefangen, die am Regenfallrohr eines Gebäudes angeschlossen ist. Entweder hat das Rohr einen Ausfluss oder ist mit der Regentonne direkt verbunden. Dafür können sogenannte Regensammler verwendet werden. Diese Verbindungsstücke gibt es in unterschiedlichen Modellen mit oder ohne Überlaufstopp zu kaufen. Wer nicht eine große Tonne aufstellen will, kann auch mehrere Regentonnen über ein Verbindungsstück aus Schlauch oder Rohr verbinden.

Regentonnen sind in verschiedenen Größen und Ausführungen zu haben, von einfachen grünen Tonnen bis zu Modellen, die wie eine antike Amphore aussehen. Die Kosten variieren dementsprechend - so liegt der Preis im Baumarkt für eine 300-Liter-Tonne zwischen gut 30 Euro und 300 Euro.

Wie wird das Wasser der Tonne entnommen?

Bild vergrößern
Wasser aus dem oberen Teil der Regentonne ist einfach zu entnehmen.

Vor dem Kauf einer Regentonne sollte man sich überlegen, wie das Wasser entnommen werden soll. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten. Es kann über einen im unteren Bereich der Tonne angebrachten Wasserhahn oder über die obere Öffnung mithilfe einer Gießkanne oder einer Pumpe herausgeholt werden.

Um das Wasser über einen Wasserhahn zu entnehmen, sollte die Regentonne auf einem Sockel stehen. Bei einigen Modellen ist ein Wasserhahn bereits angebracht beziehungsweise einfach anzubringen.

Sicherheit: Standplatz und Dacheindeckung

Beim Aufstellen einer Regentonne ist darauf zu achten, dass der Untergrund stabil genug ist. Bei Modellen, die schlank und hoch sind, sollte zudem ein Kippschutz vorhanden sein. Oben offene Tonnen benötigen einen Deckel - auch als Sicherheitsmaßnahme für Kinder.

Zudem sollte die Art der Dacheindeckung berücksichtigt werden: Das Umweltbundesamt rät dazu, kein Regenwasser zum Gießen aufzufangen, wenn es von Dächern aus Kupfer oder Zink sowie Teerpappe kommt. Darin können Metallverbindungen und/oder Biozide enthalten sein.

Zisternen: Unterirdische Speicher für Regenwasser

Noch effektiver, aber deutlich teurer in der Anschaffung, sind größere Wasserspeicher, auch Zisternen genannt. Diese oftmals unterirdischen Tanks sind gegenüber Licht und Schmutz abgeschirmt. Die Temperatur des Wassers beträgt darin nicht mehr als 18 Grad Celsius. Das ist wichtig, da sonst die Gefahr einer bakteriellen Belastung wächst. Allerdings sollte das Wasser, bevor es in die Zisterne läuft, durch einen Filter gesäubert werden.

Die Kapazität dieser Zisternen oder Kellertanks liegt bei mehr als 2.000 Liter Wasser, wobei die richtige Größe von der jährlichen Niederschlagsmenge abhängt. Sie sind meist aus Kunststoff oder Beton. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten vom Wasserspeicher und einer Pumpe zur Wassernutzung fallen weitere Kosten für das Einbauen einer Zisterne an, falls man das nicht selbst macht.

Weitere Informationen

Regenwasser ist zu schade für die Kanalisation

Niederschläge, die nicht im Boden versickern, werden häufig zusammen mit Schmutzwasser über die Kanalisation entsorgt. Das ist ökologisch und ökonomisch wenig sinnvoll. mehr

Bewässerungssysteme im Garten: Was ist sinnvoll?

Gerade in heißen und trockenen Sommern benötigen die Pflanzen im Garten ausreichend Wasser. Welche Bewässerungssysteme sind sinnvoll und welche Hilfsmittel gibt es? mehr

Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 30.09.2019 | 21:00 Uhr

Mehr Ratgeber

08:39
Mein Nachmittag