Stand: 31.07.2020 18:15 Uhr  - Markt

Moos und Unkraut im Rasen entfernen

von Uwe Leiterer
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Über Moos im Rasen ärgern sich viele Hobbygärtner.

Moos und Unkraut breiten sich im Rasen aus, wenn das Gras nicht widerstandsfähig ist. Zum Beispiel kann häufiges Mähen dem Boden wichtige Nährstoffe entziehen - diese landen als Grassschnitt in der Biotonne oder auf dem Kompost. Um Moos und Unkraut dauerhaft zu entfernen, sollten Hobbygärtner den Rasen zunächst gründlich sanieren.

Was hilft wirklich gegen Moos im Rasen?

Markt -

Über Moos im Rasen ärgern sich viele Hobbygärtner. Ein Vergleich zeigt, welche Methoden Moos langfristig beseitigen: Vertikutieren, Düngen oder Entfernen per Kratzer?

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Unkraut im Rasen: So erholt sich die Grünfläche

Damit der Rasen sich wieder erholen kann, helfen diese Maßnahmen:

  • Rasen vertikutieren, um Verfilzungen durch Graswurzeln, Unkraut und Moos zu beseitigen
  • pH-Wert des Bodens neutralisieren, um eine Grundlage für gutes Wachstum zu schaffen
  • Rasen düngen, um Nährstoffmangel zu beseitigen
  • Kompost oder Bodenaktivator ausbringen als Grundlage für die Rasensaat
  • Rasensamen aussäen, dazu zertifiziertes Saatgut verwenden

Rasen vertikutieren gegen Moos, Graswurzeln und Unkraut

Moos, Graswurzeln und Unkraut können einen Rasenfilz bilden, der das Wachstum der Gräser behindert. Vertikutieren ist dann ratsam. Ein Vertikutierer ist eine Art Rechen mit scharfen Messern, die den Rasen zerschneiden und damit für Durchlässigkeit sorgen. Als Nebeneffekt zieht man mit dem Vertikutierer Moos aus dem Rasen. Vertikutieren mit der Hand ist äußerst anstrengend. Wer große Flächen hat, sollte sich im Baumarkt einen elektrischen Vertikutierer gegen eine Gebühr leihen (rund 30 Euro).

Dass Vertikutieren sinnvoll ist, zeigt auch ein Langzeitvergleich der Markt-Redaktion im Frühjahr und Sommer 2020. Neu ausgesäter Rasen auf der vertikutierten Fläche wuchs am gleichmäßigsten. Ein weiterer Vorteil des Vertikutierens liegt in der guten Vorbereitung des Bodens für die Nachsaat. Die Saatkörner schwammen bei Starkregen nicht weg, da die Oberfläche aufgerauht ist.

Moos im Rasen bekämpfen: Auf Eisendünger kann man verzichten

Gegen Moos im Rasen empfehlen Baumärkte und Fachhandel seit Jahren Eisendünger und andere Mittel mit Eisen-II-Sulfat gegen Moos. Doch auch nach dem Langzeitvergleich von Markt ist Skepsis angebracht. Eisendünger kann für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein, ist hochgradig ätzend und zur Moosbekämpfung langfristig weniger sinnvoll als andere Bearbeitungsmethoden.

Alle Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) haben eines gemeinsam: Wenn die Ursachen des Mooswachstums nicht beseitigt werden, kommt es immer wieder. Typische Ursachen sind:

  • Schatten: Gras braucht Sonne. Moos wächst auch im Schatten. Wird ein Rasen zu stark beschattet, hilft auch die beste Behandlung nicht. Halbschatten kann man noch mit Rasensaatgut für den Schatten ausgleichen. Ist der Lichtmangel jedoch zu groß, sollte man den Rasen in diesem Bereich aufgeben.

  • Nässe: Gras benötigt Feuchtigkeit, aber in einem vernünftigen Maß. Ist es immer zu feucht, faulen die Graswurzeln. Das kann an verdichtetem Boden liegen. Deshalb hilft es, ihn umzugraben und Bausand unterzumischen, damit das Wasser nicht stehen bleibt. Ist ein hoher Grundwasserspiegel die Ursache, sollte man die Rasenfläche besser anders nutzen.

Im Langzeitvergleich von Markt kam mit "Compo-Moos Nein Danke!" ein Produkt mit Eisen-II-Sulfat zum Einsatz. Die Konzentration des Stoffes ist zwar geringer als beim klassischen Eisendünger, doch das Resultat ist identisch: Das Moos stirbt ab und der Boden wird durch die ätzende Wirkung des Eisen-II-Sulfats immer saurer. Dadurch verschlechtern sich die Wachstumsbedingungen für das Gras, das Moos breitet sich im nächsten Jahr stärker aus.

PH-Wert des Bodens mit Kalk neutralisieren

Auf sauren Böden wächst Gras nicht gut. Liegt der pH-Wert eines Bodens unter 5,5 (neutral ist 7), bekommt der Rasen nicht mehr genügend Nährstoffe. Den pH-Wert kann man mit einem Schnelltest aus dem Baumarkt (ab fünf Euro) in fünf Minuten messen. Fällt der pH-Wert zu niedrig aus, kann man mit der Gabe von Rasenkalk die Säure neutralisieren. Ein Streuwagen (Miete: ab 10 Euro, Kaufpreis: ab 30 Euro) hilft bei der Dosierung. Unbedingt die Mengenangaben auf der Verpackung beachten. Ein Sack mit 20 Kilogramm Rasenkalk kostet ungefähr 10 Euro.

Rasen düngen, um Nährstoffmangel zu beseitigen

Rasen zieht die Nährstoffe aus dem Boden. Wer den Rasenschnitt nicht auf der Fläche belässt (mulchen), wirft mit jedem Rasenschnitt wichtige Nährstoffe auf den Kompost. Diese lassen sich mit Dünger ersetzen. Organische Dünger sind hier das Mittel der Wahl. Ihre Schwermetallbelastung ist deutlich geringer als bei Mineraldüngern. Gleichzeitig fördern organische Dünger das Bodenleben. Organische Dünger können direkt mit der Saat ausgebracht werden, mineralische nicht. Weiterer Vorteil: Man kann den Rasen direkt nach der Düngung wieder betreten.

Kompost oder Bodenaktivator auf dem Rasen ausbringen

Ist der Rasen vertikutiert, der pH-Wert überprüft und der Rasen gegebenenfalls nachgekalkt, wird vor dem Aussäen der Rasensamen Kompost oder Bodenaktivator ausgebracht:

  • Kompost ist organisches Material, das unter dem Einfluss von Luftsauerstoff und durch Bakterien und Pilze vor allem zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut wird. Dabei wird Humus gebildet. Deshalb ist Kompost in erster Linie ein Bodenverbesserer, der als idealer Nährboden für Mikroorganismen gilt, Nährstoffe in der Humusschicht pflanzenverfügbar macht und somit als organischer Dünger wirkt.

  • Im Fachhandel sind außerdem Substrate erhältlich, die als Bodenaktivator bezeichnet werden. Das Granulat enthält zusätzlich Mineralstoffe und Mikroorganismen in konzentrierter Form.

Rasensamen aussäen: Zertifiziertes Saatgut verwenden

Ideal ist zertifiziertes Rasensaatgut, zum Beispiel RSM 2.3. Für 250 Quadratmeter Rasen braucht man Saatgut für rund 50 Euro. Das Saatgut kräftig durchmischen und nicht zu früh aussäen. Je höher die Bodentemperatur ist, umso besser keimt das Saatgut. Experten empfehlen, mit der Aussaat bis Mitte Mai zu warten. Man kann aber auch noch bis in den September einen Rasen anlegen. Das Rasensaatgut lässt sich mit einem Streuwagen gleichmäßig ausbringen.

Das kostet die Rasensanierung

Für die Sanierung eines 300 Quadratmeter großen Rasens hat Markt rund 200 Euro ausgegeben:

  • pH-Bodentest: 5,99 Euro
  • 30 kg Kalk:  27,75 Euro
  • 20 Kg organischer Rasendünger: 39,60 Euro
  • 30 kg Bodenaktivator: 68,85 Euro
  • 10 kg Rasenmischung RSM 2.3: 55,95 Euro

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 03.08.2020 | 20:15 Uhr