Ein Mann füllt nach dem Rasenmähen in seinem Garten Rasenschnitt in eine Schubkarre. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Kai Remmers

Moos und Unkraut im Rasen entfernen

Stand: 06.04.2022 16:46 Uhr

Verfilzter Rasen braucht besondere Pflege. Was hilft gegen Moos und Unkraut? Wie saniert man den Boden? Und was gibt es bei der Rasensaat zu beachten?

von Uwe Leiterer

Moos und Unkraut breiten sich im Rasen aus, wenn das Gras nicht widerstandsfähig ist. Zum Beispiel kann häufiges Mähen dem Boden wichtige Nährstoffe entziehen - diese landen oft als Grasschnitt in der Biotonne oder auf dem Kompost. Um Moos und Unkraut dauerhaft zu entfernen, sollten Hobbygärtner den Rasen zunächst gründlich sanieren.

Unkraut im Rasen: So erholt sich die Grünfläche

Damit der Rasen sich wieder erholen kann, helfen diese Maßnahmen:

  • Rasen vertikutieren, um Verfilzungen durch Graswurzeln, Unkraut und Moos zu beseitigen
  • pH-Wert des Bodens mit Kalk neutralisieren, um eine Grundlage für gutes Wachstum zu schaffen
  • Rasen düngen, um Nährstoffmangel zu beseitigen
  • Kompost oder Bodenaktivator ausbringen als Grundlage für die Rasensaat
  • Rasensamen aussäen, dazu zertifiziertes Saatgut verwenden

Rasen vertikutieren gegen Moos, Graswurzeln und Unkraut

Moos, Graswurzeln und Unkraut können einen Rasenfilz bilden, der das Wachstum der Gräser behindert. Vertikutieren ist dann ratsam. Ein Vertikutierer ist eine Art Rechen mit scharfen Messern, die den Rasen zerschneiden und damit für Durchlässigkeit sorgen. Als Nebeneffekt zieht man mit dem Vertikutierer Moos aus dem Rasen. Vertikutieren mit der Hand ist äußerst anstrengend. Wer große Flächen hat, sollte sich im Baumarkt einen elektrischen Vertikutierer gegen eine Gebühr leihen (rund 30 Euro pro Tag).

Moos im Rasen bekämpfen: Auf Eisendünger besser verzichten

Gegen Moos im Rasen empfehlen Baumärkte und Fachhandel seit Jahren Eisendünger und andere Mittel mit Eisen-II-Sulfat. Doch beim Gebrauch des Mittels ist Skepsis angebracht. Eisendünger kann für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein, ist hochgradig ätzend und zur Moosbekämpfung langfristig weniger sinnvoll als andere Bearbeitungsmethoden. Nach der Behandlung stirbt das Moos zwar ab, doch der Boden wird durch die ätzende Wirkung des Eisen-II-Sulfats immer saurer. Dadurch verschlechtern sich die Wachstumsbedingungen für das Gras, das Moos breitet sich im nächsten Jahr stärker aus.

Um Moos langfristig loszuwerden, müssen die Ursachen des Wachstums beseitigt werden. Dazu zählen:

  • Schatten: Gras braucht Sonne. Moos wächst auch im Schatten. Wird ein Rasen zu stark beschattet, hilft auch die beste Behandlung nicht. Halbschatten kann man noch mit Rasensaatgut für den Schatten ausgleichen. Ist der Lichtmangel jedoch zu groß, sollte man den Rasen in diesem Bereich aufgeben.

  • Nässe: Gras benötigt Feuchtigkeit, aber in einem vernünftigen Maß. Ist es immer zu feucht, faulen die Graswurzeln. Das kann an verdichtetem Boden liegen. Deshalb hilft es, ihn umzugraben und Bausand unterzumischen, damit das Wasser nicht stehen bleibt. Ist ein hoher Grundwasserspiegel die Ursache, sollte man die Fläche besser anders nutzen.

PH-Wert des Bodens mit Kalk neutralisieren

Auf sauren Böden wächst Gras nicht gut. Liegt der pH-Wert eines Bodens unter 5,5 (neutral ist 7), bekommt der Rasen nicht mehr genügend Nährstoffe. Den pH-Wert kann man mit einem Schnelltest aus dem Baumarkt (ab fünf Euro) in fünf Minuten messen. Fällt der pH-Wert zu niedrig aus, kann man mit der Gabe von Rasenkalk die Säure neutralisieren. Ein Streuwagen (Miete: ab 10 Euro, Kaufpreis: ab 30 Euro) hilft bei der Dosierung. Unbedingt die Mengenangaben auf der Verpackung beachten. Ein Sack mit 20 Kilogramm Rasenkalk kostet ungefähr 10 Euro.

Rasen düngen, um Nährstoffmangel zu beseitigen

Rasen entzieht dem Boden Nährstoffe. Wer den Rasenschnitt nicht auf der Fläche belässt (mulchen), wirft mit jedem Rasenschnitt wichtige Nährstoffe weg. Diese lassen sich mit Dünger ersetzen. Organische Dünger sind hier das Mittel der Wahl. Ihre Schwermetallbelastung ist deutlich geringer als bei Mineraldüngern. Gleichzeitig fördern organische Dünger das Bodenleben. Sie können direkt mit der Saat ausgebracht werden, mineralische nicht. Weiterer Vorteil: Man kann den Rasen direkt nach der Düngung wieder betreten.

Kompost oder Bodenaktivator auf dem Rasen ausbringen

Ist der Rasen vertikutiert, der pH-Wert überprüft und der Rasen gegebenenfalls nachgekalkt, wird vor dem Aussäen der Rasensamen Kompost oder Bodenaktivator ausgebracht:

  • Kompost ist organisches Material, das unter dem Einfluss von Luftsauerstoff und durch Bakterien und Pilze vor allem zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut wird. Dabei wird Humus gebildet. Deshalb ist Kompost in erster Linie ein Bodenverbesserer, der als idealer Nährboden für Mikroorganismen gilt, Nährstoffe in der Humusschicht pflanzenverfügbar macht und somit als organischer Dünger wirkt.

  • Im Fachhandel sind außerdem Substrate erhältlich, die als Bodenaktivator bezeichnet werden. Das Granulat enthält Mineralstoffe und Mikroorganismen in konzentrierter Form.

Rasensamen aussäen: Zertifiziertes Saatgut verwenden

Ideal ist zertifiziertes Rasensaatgut, zum Beispiel RSM 2.3. Für 250 Quadratmeter Rasen braucht man Saatgut für etwa 50 Euro. Das Saatgut kräftig durchmischen und nicht zu früh im Jahr aussäen. Das geht am besten mit einem Streuwagen. Je höher die Bodentemperatur ist, umso besser keimt die Saat. Experten empfehlen, mit der Aussaat bis Mitte Mai zu warten, sie kann bis in den September hinein erfolgen.

Weitere Informationen
Ein Vertikutierer © picture alliance / Nestor Bachmann/dpa-tmn | Nestor Bachmann

Vertikutierer kaufen: Darauf sollten Verbraucher achten

Benzin oder Elektro? Akku oder Kabel? Und wie viel Watt sollte der Motor haben? Diese Tipps helfen beim Kauf. mehr

Rasensamen locker aus dem Handgelenk streuen © NDR Foto: Udo Tanske

Rasen neu anlegen: So geht's

Wer einen Rasen anlegt, muss vor allem den Boden richtig vorbereiten. Worauf kommt es an? Welche Saat ist die richtige? mehr

Rasenfläche mit Lücken. © colourbox Foto: -

Was hilft gegen Lücken im Rasen?

Im Baumarkt gibt es Reparatur-Sets, die Löcher im Rasen schnell und einfach beseitigen sollen. Sind solche "Rasenpflaster" besser als herkömmliche Rasensaat? mehr

Ein Stück vertrockneter brauner Rasen vor einem Beet. © NDR Foto: Kathrin Weber

Verbrannter Rasen: Was hilft bei Hitzeschäden?

Starke Trockenheit kann den Rasen Grün schädigen. In welchen Fällen ist er noch zu retten? Wie lässt er sich ausbessern? mehr

Person führt einen Rasenmäher auf einer Wiese © Fotolia.com Foto: maxoidos

Tipps für den perfekten Rasen

Ein optimal gepflegter Rasen ist grün, dicht und saftig. Damit das Gras optimal wächst, braucht es regelmäßige Pflege. mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.04.2021 | 20:15 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Gartengestaltung

Mehr Gartentipps

Das Blatt eines Philodendrons, das von Spinnenmilben befallen ist, in einer Nahaufnahme. © Panthermedia Foto: firn

Spinnmilben bei Zimmerpflanzen bekämpfen: Was hilft dagegen?

Bei trockener Heizungsluft befallen Spinnmilben gerade im Winter Pflanzen. So beugt man vor und wird sie wieder los. mehr

Weiße Blüte einer Christrose © imago images / Petra Schneider

Gartentipps für Dezember

Je nach Witterung müssen exotische Pflanzen nun spätestens ins Haus. Draußen sorgen Christrosen für Farbtupfer. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr