Stand: 25.08.2017 09:45 Uhr  | Archiv

Maulwurf vertreiben: Mittel im Test

von Annette Niemeyer

Maulwürfe hinterlassen Erdhügel im Rasen und treiben dadurch so manchen Gärtner zur Weißglut. Die Tiere stehen unter Naturschutz und dürfen nicht getötet werden. Im Baumarkt und Gartencenter gibt es jedoch Hilfsmittel, mit denen sich Maulwürfe vertreiben (vergrämen) lassen sollen. Markt vergleicht Geruchsdrops für rund 15 Euro, ein Schallwellengerät für 30 Euro aus dem Baumarkt und ein Hausmittel - das Wässern der Gänge mit einem Gartenschlauch. Den Test führen Kleingärtner aus der Kleingartenkolonie Rosendorf in Hannover durch.

Wann Maulwürfe besonders aktiv sind

Der Name Maulwurf leitet sich vom alten Wortstamm "Mull" für "weiche Erde" ab. Das kleine, schwarze Tier heißt also eigentlich "Erdaufwerfer". Besonders viele Erdhaufen produzieren Maulwürfe

  • in der Paarungszeit zwischen Januar und März: Dann graben Männchen auf der Suche nach Weibchen viele neue Gänge. Dabei schaufeln sie die Erde nach oben - neue Hügel entstehen. Das Revier eines Maulwurfs ist zwischen 300 und 5.000 Quadratmetern groß.
  • im Sommer, wenn die Jungtiere erwachsen sind und den Mutterbau verlassen, um ein neues Revier zu suchen.

Geruchsdrops: Maulwurf vorerst gestoppt

Die Tester verwendeten Geruchsdrops mit dem Wirkstoff Lavandinöl aus dem Baumarkt für rund 15 Euro. Um die Drops zu verteilen, mussten sie zunächst die Gänge direkt unter den Hügeln freilegen und die Erdhaufen anschließend glatt harken. Drei Wochen lang tauchte kein neuer Erdhügel mehr auf.

Nach Ansicht des Biologen Bernd Walther ist die Wirkung wohl von kurzer Dauer: Der Geruch der Drops könne nachlassen, vor allem wenn die Erde nass ist. Außerdem könnten Maulwürfe die Drops einfach verscharren. Auf Anfrage von Markt schreibt Hersteller Neudorff, dass die "Wirkung je nach Bodenbeschaffenheit vier bis sechs Wochen anhält".

Schallwellengerät: Maulwurf buddelt weiter

Das solarbetriebene Schallwellengerät für 30 Euro soll eine Fläche von 650 Quadratmetern frei von Maulwürfen halten. Im Test produzierte der Maulwurf aber weiterhin Hügel. Die Frequenzen seien zu hoch und die Töne nicht laut genug, um den Maulwurf zu stören, sagt Biologe Bernd Walther.

Auf Anfrage von Markt schreibt der Hersteller SwissInno: "Wie bei allen akustischen Vertreibern kann nach einiger Zeit eine Gewöhnung an die Störgeräusche entstehen. Auch bei Schädlingen kann es vorkommen, dass einzelne Individuen schwerhörig sind oder aus anderen Gründen nicht auf akustische Reize ansprechen."

Gänge unter dem Rasen mit Wasser fluten

Das Wässern der Gänge mit einem Gartenschlauch wird in vielen Internetforen als Mittel gegen Maulwürfe empfohlen. Im Test traten nach regelmäßigem Wässern keine neuen Hügel auf. Doch Biologe Walther hat Zweifel, ob die Methode dauerhaft wirksam ist: Maulwürfe seien gute Schwimmer und ließen von Wasser in der Regel nicht vertreiben. In großen Revieren könnten sie problemlos ausweichen.

Maulwurf fernhalten mit Barrieren

Wer verhindern möchte, dass Maulwürfe neue Hügel auf dem Rasen produzieren, sollte sogenannte horizontale Maulwurfbarrieren verwenden. Das sind engmaschige Gitter aus Kunststoff, die unter der Grasnarbe verlegt werden und verhindern, dass der Aushub nach oben geschaufelt wird. Die Barriere muss relativ nah unter der Grasnarbe verlaufen (ideal sind etwa fünf Zentimeter), damit die Maulwürfe ihr Gangsystem nicht über der Sperre bauen. Wenn auch Wühlmäuse im Garten leben, kann es jedoch passieren, dass sie die Gitter durchbeißen.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Markt | 28.08.2017 | 20:15 Uhr

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