Junge Triebe an einer zurückgeschnittenen Rose. © imago Foto: Michael Eichhammer

Gehölze, Rosen und Sträucher im Frühling schneiden

Stand: 08.04.2019 14:52 Uhr

Der Frühling ist die ideale Zeit, um weichholzige Pflanzen zu schneiden und so ihr Wachstum anzuregen. Welche Pflanzen vertragen jetzt einen Schnitt und was ist zu beachten?

Das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt, um Pflanzen wie Rosen, Schmetterlingssträucher und Gartenhibiskus zurückzuschneiden. Da diese Pflanzen am diesjährigen Holz blühen, besteht keine Gefahr Blütenansätze abzuschneiden. Im Gegenteil: Der Rückschnitt regt das Wachstum an, es bilden sich besonders viele und kräftige Blüten.

Rosen richtig schneiden

Für Beet- und Edelrosen gilt: Schwache Triebe stark zurückschneiden, die starken Triebe jedoch nur wenig stutzen. Den Schnitt schräg etwa fünf Millimeter oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe ansetzen. Der schräge Schnitt ist wichtig, damit sich kein Wasser sammeln kann und kein Nährboden für Krankheitserreger entsteht.

Rosen, die nur einmal im Jahr Blüten bilden, sollten nicht geschnitten werden, weil sie an den Trieben des Vorjahres blühen. Wildrosen können ein Stück zurückgeschnitten werden, damit die restliche Pflanze besser versorgt wird. Bei Strauch- und Kletterrosen nur das tote Holz entfernen.

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Rückschnitt einer Rose im Frühjahr © fotolia.com/ forelle66

Rosen im Frühjahr richtig schneiden

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Hortensien nur vorsichtig zurückschneiden

Auch einige Hortensien sind dankbar für einen Frühjahrsschnitt. Wann und wie stark sie beschnitten werden sollten, hängt von der Art ab. Neben den alten Blütenständen können auch neue, aber schwache Knospen entfernt werden. So kann die Pflanze ihre Energie in die kräftigen Triebe stecken. Aber: Schneidet man etwa bei der Bauernhortensie zu viel, blüht die Pflanze nicht mehr so üppig, denn die Blüten werden bereits im Vorjahr angelegt.

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Detailaufnahme einer abgeblühten Hortensie im Regen  Foto: Anja Deuble

Hortensien schneiden: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

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Obstbaum-Wachstum durch Rückschnitt bremsen

Idealer Zeitpunkt, um Obstbäume zu schneiden, ist in der Regel der späte Winter. Ein Schnitt im Frühjahr kann aber in bestimmten Fällen sinnvoll sein - etwa, wenn es sich um starkwüchsige Bäume handelt. Durch den Frühjahrsschnitt verlieren die Gehölze etwas Flüssigkeit - eine Art "Aderlass" für den Baum. Das bremst den unkontrollierten Austrieb. Zudem verliert das Gehölz an Blattmasse, dadurch betreibt die Pflanze weniger Fotosynthese und wächst schwächer.

Weiterer Vorteil eines Schnitts im Frühjahr: Da sich bereits Triebe bilden, ist leichter zu erkennen, welche Äste Blüten und welche lediglich Blätter ausbilden. Auch abgestorbene Zweige lassen sich um diese Jahreszeit leichter identifizieren.

Kein Frühjahrsschnitt für Hecken, Walnuss und Ahorn

Peter Rasch arbeitet mit einer Heckenschere © NDR Nordmagazin Foto: Udo Tanske
Hecken sollten erst gegen Ende Juni einen Formschnitt erhalten.

Einige Gehölze sollte man möglichst nicht im Frühjahr schneiden. Dazu zählen etwa Walnuss und Ahorn. Grund: Im Frühjahr verlieren sie beim Schneiden sehr viel Flüssigkeit, da in der Pflanze um diese Jahreszeit viel Saft aufsteigt. Mit dem Schnitt sollte man daher bis zum vollen Laubaustrieb im Juni warten.

Auch Hecken sollten erst im Frühsommer rund um den Johannistag geschnitten werden. Ab dieser Zeit wachsen sie nicht mehr so stark und behalten die gewünschte Form. Starke Rückschnitte von Hecken sind generell zwischen dem 1. März und dem 30. September gesetzlich untersagt.

Das richtige Werkzeug

In der Regel ist die Gartenschere das richtige Werkzeug für den Frühjahrsrückschnitt. Dickere Äste, etwa von Obstbäumen, werden mit einer Astschere gekappt. Generell gilt: Das Werkzeug muss sauber sein, damit keine Krankheiten übertragen werden. Außerdem sollte es unbedingt scharf sein, um die Pflanze so wenig wie möglich zu verletzen und glatte Schnittstelle zu erzeugen. Wer mit seinem Werkzeug an einer kranken Pflanze geschnitten hat, sollte die Schere unbedingt desinfizieren, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

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