Stand: 13.05.2016 10:17 Uhr

Einen Gartenteich anlegen: Wie geht das?

von Melanie Stinn

Ein Gartenteich ist eine herrliche Oase und ein Ruhepunkt in jedem Garten. Was braucht man dafür? Wie viel Geld muss man ausgeben? Und reicht es aus, einfach nur ein Loch in den Boden zu buddeln?

Nicht jeder Platz ist geeignet

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Der Gartenteich sollte weder zu viel Sonne noch zu viel Schatten bekommen.

Ein paar Punkte sollten zukünftige Gartenteichbesitzer beachten: Ein Teich sollte weder zu viel Sonne noch zu viel Schatten bekommen. Weil herabfallende Blätter wie Dünger wirken, dürfen nicht zu viele Laubbäume in der Nähe stehen. Zu beachten ist außerdem, dass auch ein kleiner Teich für kleine Kinder, die nicht schwimmen können, gefährlich werden kann.

Je größer, desto besser

Je größter ein Teich ist, desto einfacher kann er sich aufgrund der großen Wassermenge selbst reinigen. Umso eher stellt sich ein biologisches Gleichgewicht von selbst ein. Auch in Bezug auf die Kosten lohnt es sich, einen großen Teich anzulegen. Bei kleinen Teichen ist der Quadratmeter Wasserfläche besonders teuer.

Folie oder fertige Form?

Es gibt vorgefertigte Teichschalen, die aber meist so klein sind, dass sich der Teich nicht von alleine stabilisieren kann. Wer sich gestalterisch alle Möglichkeiten offen lassen will, sollte sich daher definitiv für einen Folienteich entscheiden. Weiterer Punkt: Die Teichform lässt sich so harmonisch in den Rest der Gartenlandschaft einfügen.

Wer einen Folienteich angelegen will, sollte bei der Qualität des Materials keine Kompromisse machen und am besten beim Fachhändler kaufen. "Bei einer dünnen Folie kann es passieren, dass es Knicke gibt, die dann im Winter bei kaltem Wetter platzen", so Landschaftsgärtner Klaus Daum aus Hannover. Der Experte empfiehlt außerdem, darauf zu achten, dass die Folie einfach zu entsorgen und kein Sondermüll ist. "PVC und Polyethylen haben oftmals hohe Anteile von Weichmachern und werden nicht auf jeder Deponie angenommen", warnt Daum. Besser sei es, zertifizierte Folien zu benutzen, die einen hohen Kautschuk-Anteil haben.

Filterkörbe und Umwälzpumpe sind sinnvoll

Unter der Folie wird zum Schutz vor Wurzeln und Steinen meistens ein Vlies verlegt. Dann sollte man ein Filtersystem im Teich installieren, damit es später keine Probleme mit dem Algenwachstum gibt und der Teich sich nicht in einen stinkenden Tümpel verwandelt. Klaus Daum setzt auf ein Filtersystem, das die biologischen Prozesse im Teich unterstützt. Dazu stellt er Filterkörbe entlang des Teichs auf. Diese Körbe werden mit Kies und Substrat gefüllt, von dem sich die Mikroorganismen, die das Wasser reinigen, ernähren können. Diese Funktion kann auch ein elektrischer Filter übernehmen. So ein Filter ist in der Anschaffung etwas günstiger, aber bei den Betriebskosten wesentlich teurer. Auch ein bisschen Bewegung im Wasser unterstützt den Selbstreinigungsprozess des Teichs. Es lohnt sich daher, eine Umwälzpumpe in den Teich zu setzen.

Pflanzen fürs Wasser und die Uferzone

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Auch Wasserpflanzen filtern das Wasser im Teich.

Da auch Wasserpflanzen das Wasser reinigen, sollte man auch hier nicht sparen. Schließlich benötigt man noch Kies oder Sand für den Teichboden und die Uferzonen. Für die Gestaltung des Rands werden zusätzliche Pflanzen und Steine oder Holz benötigt, um einen harmonischen Übergang zwischen Teich und Umgebung zu gewährleisten. Das richtige Werkzeug: Zur Standardausrüstung beim Teichbau gehören ein Gartenschlauch, eine Schubkarre, Spaten, eine Wasserwaage, Arbeitshandschuhe und ein Bandmaß.

Schritt für Schritt zum eigenen Teich

Zunächst die spätere Form des Teichs beispielsweise mit einem Gartenschlauch auf dem Rasen markieren. Dann mit einem Spaten diese Form nachstechen und von außen nach innen die Grasnarbe abtragen. Danach muss so viel Erde abgetragen werden, bis ein erstes Tiefenniveau erreicht ist. Das wird später die flache Uferzone. Jetzt können weitere Tiefenzonen mit dem Schlauch markiert werden. Da der Erdaushub für die spätere Randgestaltung noch benötigt wird, sollte schon vor dem Ausgraben klar sein, wo die Erde zwischengelagert wird.

Folie darf nicht beschädigt werden

Ist der Teich komplett ausgehoben, ist es wichtig, den Boden von sämtlichen Steinen und Wurzeln zu befreien, die anderenfalls die Folie beschädigen. Danach kann das Teichvlies verlegt werden. Im nächsten Schritt kommt schon die Folie hinein. Beim Verlegen darauf achten, dass sie genau der ausgehobenen Form folgt und nicht unter Spannung steht. Danach am Rand zum Beispiel mit schweren Steinen fixieren. Anschließend können die Wasserpflanzen auf die verschiedenen Tiefenzonen gesetzt werden. Die Pumpe gehört in die Teichmitte. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann der Teich langsam mit Wasser gefüllt werden. Abschließend dann den Übergang zwischen Teich und Garten kaschieren, etwa mit Kies oder Sand.

Teich für Kinder schwer zugänglich machen

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Für Kinder kann ein Gartenteich gefährlich werden.

Bei der Planung des Teichs besonders darauf achten, dass der Teich für Kinder nur schwer zugänglich ist. Statt ihn an der tiefsten Stelle eines Grundstücks zu bauen, ist es sinnvoll, den Teich auf einer kleinen Erhöhung anzulegen, damit die Wasserfläche über dem Rasenniveau liegt. Das hat außerdem den Vorteil, dass bei starken Regenfällen überlaufendes Wasser durch die Falten in der Folie zurück ins Grundwasser fließen kann. Landschaftsgärtner Daum hat noch einen Tipp: "Wenn man den Teichrand mit Rosen oder anderen stacheligen Pflanzen bepflanzt, hält man Kinder auf, wenn sie schnell zum Wasser wollen."

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