Stand: 23.09.2019 17:24 Uhr

Was hilft gegen Algen im Gartenteich?

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In jedem gesunden Gartenteich leben Algen. Es sollten nur nicht zu viele werden.

Wer einen Gartenteich besitzt, kennt den Anblick: Wie zäher, grünlicher Schleim bedecken Algen Teile der Wasseroberfläche. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch zum Problem für den ganzen Teich werden: Nehmen die Algen überhand, können sie das ökologische Gleichgewicht so stark stören, dass andere Wasserpflanzen und -tiere nicht mehr überleben können.

Dabei sind Algen zunächst kein Grund zu größerer Beunruhigung, im Gegenteil: Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Mini-Ökosystems Teich und zeugen von einer guten Wasserqualität. Teichbesitzer sollten sie allerdings gut im Auge behalten und Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn sie sich stark vermehren.  

Fadenalgen und Schwebealgen unterscheiden

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Fadenalgen steigen mit Sauerstoffbläschen an die Wasseroberfläche und bilden dort häufig kleine Teppiche.

Zu unterscheiden sind zwei verschiedenen Algentypen: Die grünlich-schleimigen Inseln an der Wasseroberfläche sind meist die Fäden von Fadenalgen.

Schwebealgen sind dagegen sehr klein und schweben durch das Wasser. Vermehren sie sich stark, färbt sich das Wasser grünlich.

Algen natürlich bekämpfen

Wer Algen zurückdrängen will, kann ihnen durch andere Wasserpflanzen Konkurrenz machen. Denn je mehr Wasserpflanzen im Teich leben, desto weniger Nährstoffe können die Algen für ihr Wachstum nutzen. Etwa ein Drittel der Teichfläche sollte bewachsen sein. Gute Dienste leisten vermehrungsfreudige Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen oder Krebsscheren.

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Wasserlinsen sind nicht nur bei Fröschen als Versteck beliebt. Sie drängen auch Algen im Teich zurück.

Da Algen wie alle Pflanzen Licht benötigen, empfiehlt es sich zudem, Pflanzen einzusetzen, die die Wasseroberfläche beschatten. Gut geeignet sind etwa Seerose, Lotos, Seekanne und Froschbiss. Ein kleiner Springbrunnen, der für ständige Wasserbewegung sorgt, stört das Algenwachstum zusätzlich.

Schwebealgen: Trübes Wasser im Frühjahr 

Schwebealgen treten meist vermehrt im Frühjahr auf, wenn die anderen Wasserpflanzen nach dem Winter noch nicht so groß sind. Sie lassen sich gut mit Wasserflöhen in Schach halten, die beim Aquaristik-Bedarf erhältlich sind. Die kleinen Tierchen ernähren sich von den Algen. Bis ungefähr Mitte Mai haben sie die Schwebelagen fast komplett aufgefressen. Dann sterben die Wasserflöhe ab und sinken zu Boden. Die Sichttrübung ist verschwunden, das Wasser im Teich wieder fast klar, wobei eine leichte Trübung ganz normal ist.

Fadenalgen regelmäßig entfernen

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Fadenalgen sollten regelmäßig von der Wasseroberfläche mit einem Kescher abgeschöpft werden, bevor sie zum Teichgrund sinken.

Wenn im Teich Fadenalgen wachsen, spricht das zunächst für die biologische Qualität des Teichs. Denn sie liefern Sauerstoff und sind sowohl Nahrung als auch Versteck für Kleinlebewesen wie etwa Kaulquappen. Trotzdem sollte man sie regelmäßig entfernen, weil sie beim Absterben auf den Teichgrund sinken, Nährstoffe an den Teich abgeben und zugleich bei ihrer Zersetzung dem Teich so viel Sauerstoff entziehen, dass schlimmstenfalls Fische und andere Lebewesen ersticken. Dieser Zustand wird als Umkippen des Teichs bezeichnet.

Mit Algenkescher herausfischen

Um das zu verhindern, am besten ab Mitte April alle zwei bis drei Tage alle Algen, die sich leicht lösen lassen, entfernen. Im Juni und Juli reicht es, die Prozedur alle drei bis vier Wochen durchzuführen. Am besten die Algen mit einem speziellen Algenkescher herausfischen. Alternativ lassen sie sich auch gut mit einem dicken Ast "herauswickeln", ähnlich wie Spaghetti auf einer Gabel. Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn die Gefahr besteht, andere Wasserpflanzen versehentlich mit aus dem Wasser zu ziehen. Zum Algenfang keine grobzinkigen Rechen benutzen: Die Zinken könnten die Teichfolie beschädigen. Die herausgefischten Algen lassen sich problemlos auf dem Kompost entsorgen.

Übermäßiger Algenbildung vorbeugen

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Herabfallendes Laub sinkt an den Teichboden, wird dort zersetzt und bringt so unerwünschte Nährstoffe in den Teich.

Damit es gar nicht erst zur Algenplage kommt, sollten Teichliebhaber darauf achten, dass möglichst wenige Nährstoffe zusätzlich in den Teich gelangen, etwa überschüssiges Fischfutter oder durch den Regen hineingespülter Rasendünger. Auch herabfallendes Laub bringt unerwünschte zusätzliche Nährstoffe. Hier schafft ein Netz Abhilfe, das im Herbst über den Teich gespannt wird und die Blätter aus dem Wasser hält. 

Ein stabiler Eichenast, den man ins Wasser legt, senkt darüber hinaus den pH-Wert durch Abgabe seiner Gerbsäure. Das verschlechtert die Lebensbedingungen der Algen. Allerdings muss man den Ast wieder herausnehmen, bevor er sich zersetzt, sonst kehrt sich der Vorgang um.

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Außerdem sollte der Teich drei verschiedene Zonen mit jeweils geeigneten Wasserpflanzen besitzen: eine Uferzone, eine Flachwasserzone bis etwa 50 Zentimeter Tiefe sowie eine Tiefwasserzone ab 50 Zentimeter Tiefe. Welche Pflanze für welche Zone ideal ist, steht beim Kauf auf dem Etikett. Beim Einsetzen der Pflanzen empfiehlt es sich, auf Spezialerde für Wasserpflanzen zurückgreifen, damit nicht zu viel nährstoffhaltige Erde in den Teich gelangt.

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Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 23.09.2019 | 21:00 Uhr

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