Stand: 14.02.2018 11:53 Uhr

Bäume und Sträucher fachgerecht schneiden

von Helge Masch
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Der richtige Baumschnitt sorgt nicht nur für gesunde Pflanzen, er schützt auch vor gefährlichem Astbruch.

Bäume und Sträucher benötigen regelmäßig Pflege. Dazu zählt auch der fachgerechte Gehölzschnitt. Auch wenn Bäume ohne Pflege in freier Natur häufig sehr alt werden, geht von schlecht gepflegten Exemplaren eine Gefahr für den Menschen aus: Morsche Stämme und tote Äste können um- beziehungsweise herabfallen und zu schweren Verletzungen führen. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist intensiver Gehölzschnitt ("Radikalschnitt") in den Monaten Oktober bis Februar erlaubt. Je nach Maßnahme benötigen Gartenbesitzer jedoch die Genehmigung lokaler Behörden - etwa für eine Fällung oder das Kappen von Gehölzen.

Grundstücksbesitzer müssen Sicherheit gewährleisten

Als Grundstücksbesitzer hat man die sogenannte Verkehrssicherungspflicht für Bäume und Sträucher. Das bedeutet, dass man vorhersehbare Gefahren oder Unfälle, die von den Pflanzen ausgehen können, verhindern muss. Hierzu gehören unter anderem die Überprüfung der Standsicherheit und das Entfernen von Totholz. Da besonders die Bewertung der Standsicherheit für den Laien schwierig ist, empfiehlt es sich, einen Baumgutachter zu Rate zu ziehen.

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Schlecht abgeschnitten - Fehler beim Gehölzschnitt

Bevor es mit dem Schnitt losgeht, sollte klar sein, was mit dem Rückschnitt erreicht werden soll. Soll ein Weg wieder passierbar sein? Soll die Pflanze in einer besonderen Form wachsen? Bedarf der Strauch einer Verjüngung? Ist die Pflanze aus der Form geraten oder nicht mehr vital? Ist der Auftrag geklärt, werden die zu entfernenden Zweige ausgewählt. Bei der Auswahl der zu entfernenden Zweige ist es besonders wichtig, die Folgen der Schnittmaßnahme für die Pflanze zu kennen, um eine dauerhafte Schädigung zu vermeiden.

Gehölze beschneiden: Typische Fehler vermeiden

Auf den richtigen Zeitpunkt achten

Bei Ahornbäumen beginnt der Saftstrom bereits Mitte Dezember. Daher sollte der Gehölzschnitt hier bereits im November abgeschlossen sein. Die Bäume könnten durch große Wunden verbluten. Nicht alle Pflanzen vertragen einen Rückschnitt in dem vom Bundesnaturschutzgesetz beschriebenen Zeitraum. Für diese Bäume ist der schonende Form- und Pflegeschnitt empfehlenswert. Dieser sollte beim Schmetterlingsflieder und anderen frostempfindlichen Sträuchern, die am zweijährigen Holz blühen (zum Beispiel Forsythien), zum Einsatz kommen.

Darauf kommt es beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern an

Überschätzen Sie sich vor allem nicht selbst. Gehölzschnitt ist anstrengend und gefährlich. Bevor Sie ein Risiko eingehen, lieber einen Fachmann beauftragen.

  • Nehmen Sie sich Zeit für eine Bestandsaufnahme.
  • Beratschlagen Sie sich dabei gern mit einer weiteren Person, vier Augen sehen mehr.
  • Entfernen Sie alle Äste, die entfernt werden sollen, auf einmal.
  • Schneiden Sie beim Absetzen von Ästen immer erst die Borke und die Rinde von unten ein. So verhindern Sie lange Wunden am Stamm.
  • Auch wenn es anstrengend ist: Schneiden Sie vor allem große Äste Stück für Stück vom Baum. Das vermindert das Verletzungsrisiko durch herabfallenden Baumschnitt.
  • Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit. Klettern Sie nicht in den Baum. Verwenden Sie standsichere Leitern.
  • Arbeiten Sie nicht mit der Motorsäge, es sei denn, Sie stehen mit beiden Füßen fest auf dem Boden oder im Korb eines Hubsteigers. Nur ausgebildete Baumkletterer dürfen eine Motorsäge mit in den Baum nehmen.

Gesetzlicher Rahmen für Gehölzschnitt

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen ("Radikalschnitt"). Zulässig sind jedoch schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen (§ 39 Abs.5 S. 1 Nr. 2 BNatSchG). Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen das genannte Verbot verstößt, handelt ordnungswidrig (§ 69Abs. 3 Nr. 13 BNatSchG).

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