Stand: 25.09.2020 19:47 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Urlaub in Corona-Zeiten: Wo gelten Reisewarnungen?

Das Coronavirus hat sich weltweit ausgebreitet. Reise- und Urlaubsmöglichkeiten sind weiterhin eingeschränkt, es gilt eine weltweite Warnung für touristische Reisen bis 30. September. Lediglich für viele europäische Länder hat die Bundesregierung sie aufgehoben, aber dort gibt es immer mehr Risikogebiete. Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Auslandsreisen sind möglich?

Das Auswärtige Amt hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für die Staaten der Europäischen Union und angrenzende Länder (Großbritannien, Island, Schweiz, Liechtenstein und Norwegen) Mitte Juni aufgehoben.

Reisewarnungen: Wo gibt es Risikogebiete in Europa?

Segelboote dümpeln im historischen Hafen Nyhavn in Kopenhagen. © NDR Foto: Daniel Sprenger
Das Auswärtige Amt warnt jetzt auch vor Reisen nach Kopenhagen.

Aufgrund hoher Infektionszahlen stuft das Robert Koch-Institut aber inzwischen mehrere Länder, Regionen sowie einzelne Städte in Europa als Risikogebiet ein und das Auswärtige Amt hat entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tagen liegt. Betroffen sind folgende Länder, Regionen und Städte:

  • Andorra
  • Belgien: die Hauptstadt Brüssel
  • Bulgarien: die Region Blagoevgrad
  • Dänemark: die Region Hovedstaden mit der Hauptstadt Kopenhagen
  • Frankreich: die Regionen Île-de-France mit der Hauptstadt Paris, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Bretagne, Centre-Val de Loire, Normandie, Korsika sowie die Überseegebiete La Réunion, Guyana, Guadeloupe und St. Martin.
  • Gibraltar (britische Exklave)
  • Irland: Region Dublin
  • Kroatien: die Regionen rund um die Küstenstädte Dubrovnik, Sibenik, Split und Zadar sowie Požega-Slawonien, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina und Lika-Senj
  • Luxemburg: das ganze Land
  • Niederlande: die Provinzen Nordholland, Südholland und Utrecht sowie die Überseegebiete Aruba und St. Maarten
  • Österreich: die Hauptstadt Wien, die Bundesländer Vorarlberg und Tirol
  • Portugal: der Großraum Lissabon
  • Rumänien: mehrere Kreise sowie die Hauptstadt Bukarest
  • Schweiz: die Kantone Genf, Waadt und Freiburg
  • Slowenien: die Region Primorsko-notranjska
  • Spanien: das ganze Land inklusive Balearen und Kanaren
  • Tschechien: das ganze Land
  • Ungarn: die Hauptstadt Budapest sowie die Region Györ-Moson-Sopron

Außerdem rät das Auswärtige Amt von Reisen nach Norwegen ab. Das Land hat wegen der steigenden Infektionszahlen in Deutschland eine zehntägige Quarantäne für Reisende aus Deutschland verfügt.

Testpflicht oder Quarantäne: Was gilt nach Rückkehr aus Risikogebieten?

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, voraussichtlich ab dem 1. Oktober die derzeit geltende Regelung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu ändern. Dann wird die Testpflicht durch eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne ersetzt, die frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beendet werden kann. In Mecklenburg-Vorpommern besteht bereits jetzt eine 14-tägige Quarantänepflicht für Reiserückkehrer. Sie kann mit zwei negativen Testergebnissen verkürzt werden.

Bis dahin gilt andernorts aber noch: Wer aus einem durch das Robert Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, muss sich testen lassen. Die Tests sind kostenlos und werden bei der Ankunft auf Flughäfen und in Seehäfen durchgeführt. Wer mit dem Zug oder Auto zurückkehrt, kann den Test in Wohnortnähe durchführen lassen (Informationen hierzu unter der Telefonnummer 116 117). Für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten sind die Tests seit dem 15. September kostenpflichtig.

Bis das Testergebnis bekannt ist, müssen Reisende in Quarantäne bleiben. Ist das Ergebnis negativ, entfällt die 14-tägige Quarantäne. Bei einem positiven Ergebnis bleibt die Quarantäne bestehen, auch wenn sich keine Krankheitssymptome zeigen. Das gilt auch für die Personen, mit denen die Betroffenen nahen Kontakt hatten. Das Einhalten der Quarantäne wird vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht. Näheres regeln landesrechtliche Bestimmungen.

Bislang hatten Reiserückkehrer aus Risikogebieten durch eine Quarantäne in den meisten Fällen keinen Verdienstausfall zu befürchten. Dies soll geändert werden. Wer nach einer Reise in ein Risikogebiet wegen der Quarantäne nicht arbeiten kann, hat künftig keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Wie lange gilt die weltweite Reisewarnung noch?

Für mehr als 160 Nicht-EU-Länder gilt noch bis 30. September eine Reisewarnung. Darunter sind auch beliebte Reiseziele wie Ägypten und große Teile der Türkei - mit Ausnahme der bei Touristen beliebten Provinzen Antalya, Aydin, Izmir und Muğla. Ab 1. Oktober plant die Bundesregierung, die Lage in den Ländern einzeln zu bewerten. "Praktisch dürfte sich da nicht viel ändern", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Länder, die als Risikogebiet eingestuft werden, würden auch ab dem 1. Oktober weiter mit einer Reisewarnung belegt. Informationen über die Risiken in den jeweiligen Ländern gibt das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen.

Wie ist die Situation bei Kreuzfahrten?

Das Auswärtige Amt rät von Kreuzfahrten ab. Ausgenommen sind Flusskreuzfahrten innerhalb der EU und des Schengen-Raums mit besonderen Hygienekonzepten sowie Fahrten, die in einem deutschen Hafen starten und enden, ohne zwischendurch in einem Hafen im Ausland anzulegen und ebenfalls spezifische Hygienekonzepte vorweisen.

Gibt es Einschränkungen bei der Deutschen Bahn?

Die Deutsche Bahn fährt auf fast allen Verbindungen im Fernverkehr - auch ins benachbarte Ausland - wieder im Normalbetrieb. Tickets, die bis zum 13. März gekauft wurden, dürfen flexibel und ohne Zugbindung bis zum 31. Oktober 2020 genutzt werden. Für Fahrkarten, die ab dem 14. März gekauft wurden, gelten die normalen Stornobedingungen. In allen Zügen gilt eine Maskenpflicht. Die wichtigsten Fragen beantwortet die Bahn auf ihrer Website.

Kann ich gebuchte Reisen kostenlos stornieren?

Kunden können Pauschalreisen in Staaten, für die eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt, kostenlos stornieren. Einige Reiseveranstalter teilen diese Rechtsauffassung jedoch nicht. Im Einzelfall müssen Gerichte entscheiden.

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Besteht für das Urlaubsziel keine Reisewarnung, kann der gebuchte Urlaub nicht mit Hinweis auf Corona kostenfrei abgesagt werden. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Fall, sich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen einer frühen Stornierung genau zu beschäftigen. Nähere Hinweise geben die Verbraucherschützer auf ihrer Website.

Auch wer Reiseleistungen wie Flüge und Übernachtungen direkt gebucht hat, hat Chancen, sein Geld zurückzubekommen - zumindest, wenn die Buchung nach deutschem Recht erfolgte. Wurde der Vertrag direkt mit einem ausländischen Unternehmen geschlossen, greift dortiges Recht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.09.2020 | 17:00 Uhr

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