Stand: 17.03.2019 12:33 Uhr  | Archiv

Jungtiere überall: Vorsicht in Wald und Feld

von Christine Heinz, NDR.de

Bei den heimischen Vögeln kündigen sich allmählich die ersten Frühlingsgefühle an - Wildschweine, Feldhasen und Füchse sind da schon weiter. Während der sogenannten Brut- und Setzzeit, die im Norden vom 1. April bis 15. Juli dauert, werden besonders viele Jungtiere geboren. Was Sie beim Spazierengehen jetzt beachten müssen, haben wir in unserem FAQ zusammengestellt.

Wann werden die ersten Jungen geboren?

Zwei wenige Tage alte Rehkitze © NDR Foto: Andreas Günther aus Greifswald
Rehkitze und Junghasen verstecken sich vor Feinden.

Die ersten Füchse und Hasen werden bereits im Januar und Februar geboren. "In unserer Station sind schon im Februar und März die ersten Junghasen angekommen", sagt Katharina Erdmann von der Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein. Erdmann plädiert daher dafür, die gesetzliche Regelung für die Brut- und Setzzeit entsprechend anzupassen. Wildschweine haben in Deutschland inzwischen oft auch ganzjährig Nachwuchs, die milden Winter machen es möglich.

Die Singvögel haben im März meist noch keinen Nachwuchs. "Bei den Vögeln beginnt jetzt erst die stressigste Zeit. Mit ihrem Gesang stecken die Männchen ihr Revier ab und werben um Weibchen. Die Brut folgt erst mit steigenden Temperaturen", sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Wie verhalte ich mich, wenn ich ein Jungtier finde?

Tiere wie Feldhasen und Rehe verstecken ihre Jungen im Freien. Junghasen oder Rehkitze sind daher oft allein anzutreffen, aber keinesfalls verlassen. Die Mütter kommen mehrmals täglich zum Säugen vorbei. In den seltensten Fällen braucht ein Jungtier wirklich menschliche Hilfe.

Wann muss ich eingreifen?

Wenn ein Jungtier offensichtlich verletzt oder krank ist oder sein Versteck verloren hat, ist es auf menschliche Hilfe angewiesen. Dennoch darf man Tiere nicht einfach mitnehmen. Es ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - dazu zählen beispielsweise Vögel, Igel oder Eichhörnchen - ihrer natürlichen Umgebung zu entnehmen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich ein Jungtier gefunden habe?

Wildtierstationen, Tierheime oder Förster sind gute Ansprechpartner, wenn man ein Jungtier gefunden hat. In solchen Fällen ist es ratsam, erst einmal telefonisch Kontakt aufzunehmen und sich Rat einzuholen. Wenn durch Experten geklärt ist, dass das Jungtier menschliche Pflege braucht, sind Wildtierstationen die besten Anlaufstellen. Die Mitarbeiter dort besitzen die nötige Fachkenntnis, um junge Wildtiere zu pflegen und später wieder in die Freiheit zu entlassen.

Kann man Jungtiere wieder an den Fundort zurück bringen?

Ein angeleinter Hund auf einer Wiese. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Andrea Warnecke
Hunde müssen in vielen Bundesländern während der Brut- und Setzzeit an die Leine.

Kleine Feldhasen oder Rehkitze kann man - sofern sie nicht verletzt oder krank sind - meist problemlos an den Fundort zurückbringen. "Der Mutterinstinkt ist so groß, dass die Mütter ihre Jungen auch nach Kontakt mit dem Menschen wieder annehmen und weiter versorgen", sagt Erdmann. Wichtig ist, dass die Zusammenführung ohne Störung erfolgen kann, daher sollte man aus sicherer Entfernung beobachten, ob die Mutter das Junge wieder annimmt.

Wo gilt die Leinenpflicht für Hunde?

Während der Brut- und Setzzeit gilt in vielen Bundesländern Leinenpflicht für Hunde. In Hamburg und Niedersachsen müssen sie in dieser Zeit an der Leine geführt werden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern müssen Hunde im Wald sogar ganzjährig angeleint sein.

VIDEO: Feldhasenjunge: Süß, aber nicht hilflos (1 Min)

 

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.03.2019 | 19:30 Uhr

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