Stand: 24.04.2015 12:19 Uhr  | Archiv

Homöopathie für Haustiere

von Sonja Schirmer

Die Homöopathie handelt nach dem Grundsatz Samuel Hahnemanns "Ähnliches möge durch ähnliches geheilt werden". Hierbei werden Arzneien, die bei der Arzneimittelprüfung an einem gesunden Menschen einen ganz bestimmten Husten verursachen, zum Beispiel immer dann, wenn man vom kalten ins warme Zimmer kommt, zur Heilung eines kranken Patienten mit genau diesen Hustensymptomen eingesetzt. Verwendet werden in erster Linie Substanzen aus dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich. Die Ursubstanzen werden zur Arzneiherstellung nach festen Regeln aufgearbeitet und durch Verdünnung und Verschüttelung "potenziert". Es handelt sich um eine Regulationstherapie - die homöopathischen Arzneien wirken demnach auf die Lebenskraft des Patienten. Man geht davon aus, dass diese bei einer Erkrankung verstimmt ist.

Wesen des Patienten erfassen

Für die Auswahl einer homöopathischen Arznei spielen nicht nur die körperlichen Symptome eine Rolle. Darüber hinaus fließen viele verschiedene Gesichtspunkte in die Arzneiwahl ein: die Psyche, die Krankheitsursache, bestimmte Veranlagungen oder Abneigungen, Schlafgewohnheiten, Verschlimmerungen und Verschlechterungen um nur einige zu nennen. Es geht im Kern darum, dem Patienten eine Arznei zu verschreiben, die ihm in seiner Grunddynamik und seinem tiefsten inneren Wesen entspricht. Um dieses Ziel zu erreichen haben sich in der homöopathischen Szene unterschiedliche Methoden und Strategien entwickelt.

Basis-Apotheke für Einsteiger

Kleine akute Unpässlichkeiten lassen sich mit einer homöopathischen Notfallapotheke selbst behandeln. In eine "altmodische Fotodose" passen genau fünf kleine Arzneiröhrchen. Für den Anfang empfehle ich folgende Arzneimittel:

  • Arnica: stumpfe Traumen, Prellungen, "Blaue Flecke"
  • Hypericum: Verletzungen an Extremitätenenden, schmerzhafte Verletzungen, Steißbeinbrellung
  • Ledum: Spitze, tiefe Verletzungen, Insektenstiche, Augenverletzungen
  • Cocculus: Reisekrankheit mit Übelkeit
  • Apis: Allergien, Wespenstiche

Dosierung und Behandlungsdauer

Da die Homöopathie mit der Information des Arzneimittels und nicht mit einer bestimmten Wirkstoffmenge arbeitet, reicht es im Prinzip schon aus, wenn ein Globuli auf die Schleimhaut verabreicht wird. Meist werden bei Kleintieren fünf Globuli verabreicht, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Globuli optimal wirken. Als gute Einsteigerpotenzen sind die D8 oder C12 zu empfehlen.

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Naturheilkunde gewinnt auch bei Tieren an immer mehr Bedeutung.

Die Symptome sollten sich in der Stunde nach der Mittelgabe deutlich bessern. Das Mittel kann bei gutem Ansprechen wiederholt werden. Jedoch ist es nicht sinnvoll ein Arzneimittel, worauf das Tier nicht reagiert hat, häufiger zu wiederholen. Dies führt nur zu gegensätzlichen Reaktionen. Auch sollte bei schweren Erkrankungen nicht auf eigene Faust therapiert werden. Hier muss ein erfahrener Homöopath hinzugezogen werden. Die Homöopathie hat natürlich auch Grenzen. Als Regulationstherapie kommt sie immer da an eine Grenze, wo der Körper nicht mehr regulieren kann oder zum Beispiel ein mechanisches Hindernis besteht. Beispiele sind hierfür ein Fremdkörper oder eine Geburtsstörung mit Kaiserschnittindikation. Im Zweifelfall sollte immer ein Tierarzt konsultiert werden. Bei schweren Erkrankungen können Schul- und Komplementärmedizin auch sinnvoll miteinander kombiniert werden.

 

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Mein Nachmittag

Ihre Liebe gilt den Kleintieren: Sonja Schirmer

Mein Nachmittag

Tierärztin war schon immer ihr Traumberuf. Sonja Schirmer ist einmal monatlich freitags bei Mein Nachmittag und vermittelt tierisches Wissen und hilfreiche Tipps. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 26.06.2015 | 16:10 Uhr

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