Ein Sprintze und Impfstoffe © Colourbox

Umstrittene Corona-Impfaktion: Stöcker macht Rückzieher

Stand: 01.12.2021 16:54 Uhr

Das Impfen mit einem nicht zugelassenen Wirkstoff auf dem Lübecker Flughafen war von den Behörden gestoppt worden. Der Mediziner Winfried Stöcker hatte das scharf kritisiert - rudert jetzt aber zurück.

Offenbar mehr als 100 Menschen hatten sich am vergangenen Wochenende einen nicht zugelassenen Impfstoff spritzen lassen - entwickelt vom Lübecker Mediziner und Unternehmer Winfried Stöcker. Dass die Polizei die Aktion gestoppt hatte, bewertete Stöcker zunächst als "Hausfriedensbruch". Dort hätten sich erwachsene Menschen versammelt, die sich freiwillig den von ihm entwickelten Impfstoff hätten injizieren lassen wollen, sagte Stöcker noch am Dienstag.

Stöcker empfiehlt nun zugelassene Wirkstoffe

Nur einen Tag später macht der Professor einen Rückzieher - er will die Impfung mit seinem Vakzin offenbar doch einstellen. Auf seiner Homepage schreibt der Euroimmun-Gründer wörtlich: "Wir befinden uns bildlich gesprochen in einem Kriegszustand mit dem Coronavirus. Da hat es keinen Sinn, einer noch nicht zugelassenen Wunderwaffe entgegenzusehen." Stöcker ruft im Internet nun sogar dazu auf, sich mit bereits zugelassenen Wirkstoffen impfen zu lassen. Er wolle niemanden dazu verleiten, die aktuell gebotene Schutzimpfung zu verschieben, so der Lübecker.

Aus diesen Gründen werde er seine Aktivitäten in dieser Richtung erst einmal einstellen. Trotzdem bleibt es dabei: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Stöcker und drei weitere Männer wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Weitere Ermittlungen dauern an

Winfried Stöcker wollte schon zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 einen Impfstoff entwickelt haben und hatte ihn nach eigenen Angaben sich selbst und weiteren Freiwilligen injiziert. Impfstoffe müssen vor einer Zulassung jedoch umfangreiche Tests durchlaufen und unterliegen einer strengen Kontrolle. Es gibt laut Staatsanwaltschaft für das von Stöcker entwickelte Vakzin weder Studien noch eine Zulassung vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stattdessen erstatteten das PEI und das Landesamt für Soziale Dienste Anzeige wegen der unerlaubten Verabreichung eines nicht zugelassenen Impfstoffes. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen
Ein Arzt impft einer Person in den Oberarm. © colourbox

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.12.2021 | 16:00 Uhr

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