Symbolfoto eines Impfpasses mit Klassenzimmer einer Schule im Hintergrund. © picture alliance Foto:  Flashpic | Jens Krick

Schulbesuch wird laut Günther nicht von Impfung abhängig sein

Stand: 28.05.2021 19:20 Uhr

Beim Impfgipfel wurde vereinbart, unter 16-Jährigen eine Corona-Impfung zu ermöglichen, sobald der Impfstoff zugelassen ist. In Schleswig-Holstein ist ein Schulbesuch nicht von einer Impfung abhängig.

Ein Schulbesuch wird in Schleswig-Holstein auch nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs für unter 16-Jährige ohne Impfung möglich sein. "Ein sicherer Schulbetrieb wird immer gewährleistet, unabhängig davon, ob Kinder geimpft sind oder nicht", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstagabend nach Beratungen mit seinen Länderkollegen und der Bundesregierung. Bei dem sogenannten Impfgipfel habe der Bund auch klargestellt, dass für Kinder ab zwölf Jahren keine zusätzlichen Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden könnten.

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Gilt für Gruppe der 12- bis 15-Jährigen

Sobald die erwartete Zulassung des Impfstoffs von Biontech durch die Europäische Arzneimittel-Agentur erfolgt sei, "können im Zuge der Aufhebung der Priorisierung ab dem 7. Juni Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft werden", sagte Günther. Eltern könnten dann über die üblichen Wege einen Termin für ihre Kinder vereinbaren. Mitterweile hat die Europäische Arzneimittel-Agentur empfohlen, die Zulassung zu erweitern (Stand 28. Mai). Das letzte Wort hat jetzt die EU-Kommission, dies gilt aber als Formsache.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuvor bekräftigt, dass jedem Deutschen bis Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden könne. Dies schließe auch die 12- bis 15-Jährigen ein.

Noch keine Stiko-Empfehlung für Kinder

"Da bisher noch keine Stiko-Empfehlung vorliegt, ist zu empfehlen, dies in enger Abstimmung mit den Haus- oder Kinderärzten zu machen", empfahl Schleswig-Holsteins Regierungschef Günther. Die Stiko ist die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts, die nach der Zulassung von Impfstoffen in der EU eine Empfehlung für deren Einsatz in Deutschland abgibt. Sie hat bislang angedeutet, eine generelle Impfung eher abzulehnen. Möglicherweise könnten aber Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen priorisiert werden.

Virologe Fickenscher: Soziale Verantwortung

Der Kieler Virologe Prof. Helmut Fickenscher sagte, dass für Kinder und Jugendliche zwar "keine besonders große medizinische Gefährdung" vorliege und schwere Infektionsverläufe selten seien. Doch die Altersgruppe leide besonders unter den Einschränkungen der Pandemie. Daher habe man die soziale Verantwortung, Kindern und Jugendlichen ihre Rechte so schnell wie möglich wieder zurückzugeben, so Fickenscher. Dies dürfe aber nicht auf Kosten der unmittelbar bedrohten Bevölkerungsgruppe gehen.

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