Ein Mensch hat eine Spritze in den Arm erhalten, eine behandschuhte Hand hält einen Tupfer auf die Einstichstelle. © picture alliance/Fotostand Foto: picture alliance/Havergo

Öffnung für Prioritätsgruppe 2: Die meisten Impftermine vergeben

Stand: 10.03.2021 12:50 Uhr

Schleswig-Holsteinern stehen seit Dienstag deutlich mehr Termine zur Impfung gegen das Coronavirus zur Verfügung. Die Online-Terminvergabe stockte zeitweilig.

Zehntausende weitere Menschen in Schleswig-Holstein haben Termine für Impfungen gegen das Coronavirus erhalten. Das Land hatte am Dienstagnachmittag über die Homepage www.impfen-sh.de die Online-Terminvergabe für die Prioritätsgruppe 2 geöffnet. So konnten sich zum Beispiel Menschen im Alter von 70 bis 79 Jahren, Beschäftigte in Kitas und Grundschulen sowie chronisch Kranke für Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca anmelden. Innerhalb der ersten Stunde hätten etwa 60.000 Impfberechtigte rund 120.000 Termine (Erst- und Zweitimpfung) gebucht, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

NDR User berichten von technischen Problemen

Ein aufgrund der Vielzahl der Zugriffe eingerichtetes Warteschlangensystem konnte laut Ministerium in dieser Zeit wieder aufgelöst werden. Das System sei stabil gelaufen, um 18 Uhr hätten noch Termine zur Verfügung gestanden, so ein Ministeriumssprecher. User der NDR SH App berichteten allerdings auch von vereinzelten technischen Problemen. Oft waren mehrere Versuche notwendig, um einen Termin vereinbaren zu können.

Es gibt zurzeit nur noch wenige freie Termine für die Erst- und Zweitimpfung: In Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen, in Stormarn und im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es jeweils noch einen freien Termin. In den 28 Impfzentren im Land gibt es erst wieder im April und im Mai Termine.

Zunächst 200.000 Termine für 860.000 Berechtigte

Laut Gesundheitsministerium gehören in Schleswig-Holstein 860.000 Berechtigte zur Prioritätsgruppe 2. Diesen stünden im März und April etwa 200.000 Termine für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca zur Verfügung, hatte ein Sprecher am Montag erklärt.

Für viele Menschen sei weiterhin Geduld notwendig. "Sofern das Land mehr Impfstoff bekommen wird, wird auch die Anzahl der Erstimpfungstermine weiter erhöht", hieß es am Montag in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

Schleswig-Holstein setzt, wie bereits angekündigt, eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) um. Die Stiko hatte den Impfstoff von AstraZeneca zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. In der vergangenen Woche gab die Kommission dann bekannt, den Impfstoff unter Berufung auf neue Studiendaten auch für über 65-Jährige zu empfehlen.

Nur über 80-Jährige haben Wahl zwischen Impfstoffen

Die über 80-Jährigen haben bei der Terminvergabe bislang als einzige Gruppe die Wahl zwischen den Impfstoffen von Biontech, Moderna und AstraZeneca. Sie gehören zur Prioritätsgruppe 1 und konnten sich am Dienstag auch wieder online für einen Impftermin anmelden - als zusätzliches Angebot neben der ohnehin für sie reservierten Telefon-Hotline.

Die Möglichkeit, sich nach dem Erhalt eines persönlichen Anschreibens mit persönlichem Pin telefonisch anzumelden, bleibt für die über 80-Jährigen weiterhin bestehen. Die entsprechenden Briefe würden weiterhin gestaffelt versendet, teilte das Ministerium mit. Für die alternative Online-Anmeldung wird der Brief nicht benötigt.

Diese Personen gehören zur Prioritätsgruppe 2:

Personen, die 70 bis 79 Jahre alt sind

Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko

  • mit Trisomie 21
  • nach einer Organtransplantation
  • mit einer Demenz, einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung
  • mit hämatologischer oder behandlungsbedürftiger Krebserkrankung
  • mit schweren Lungenerkrankungen (zum Beispiel COPD, Mukoviszidose)
  • mit Diabetes (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%)
  • mit chronischer Leber- oder Nierenerkrankung
  • mit einem Body-Mass-Index über 40
  • mit einem ärztlich attestierten erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf

Einen Impftermin buchen dürfen außerdem:

Bis zu zwei enge Kontaktpersonen

  • von Pflegebedürftigen, die 70 Jahre oder älter sind und nicht in einer Einrichtung leben
  • von Plegebedürftigen mit den oben genannten Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben
  • von einer schwangeren Person

Personal
  • in stationären Einrichtungen und in ambulanten Pflegediensten, das geistig behinderte Menschen behandelt, betreut oder pflegt
  • in medizinischen Einrichtungen, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt
  • der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren. Impfberechtigt sind
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die - etwa bei Demonstrationen - einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind
  • Personen in Positionen, die für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur relevant sind
  • Beschäftigte in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, sowie in Grund-, Sonder- oder Förderschulen
  • Personen, die in Obdachlosen-, Asylbewerber-, Flüchtlings- oder Spätaussiedler-Unterkünften leben oder tätig sind
  • Personen, die mit anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a SGB XI regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

So kann die Berechtigung nachgewiesen werden

Es gibt vier Wege, die jeweilige Impfberechtigung nachzuweisen:

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass Menschen, die aktuell noch nicht zu den Impfberechtigten gehören, an den Impfzentren abgewiesen werden. Wer sich online fälschlicherweise angemeldet habe, könne seinen Termin auch online wieder stornieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.03.2021 | 12:00 Uhr

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