Ein toter Vogel auf einem Deich.

Weitere Fälle von Vogelgrippe - und ein neuer Virus-Typ

Stand: 02.11.2020 21:13 Uhr

Die Vogelgrippe in Schleswig-Holstein breitet sich weiter aus. Es wurden weitere infizierte Tiere gefunden - außerdem ein zweiter Typ des Virus, der noch gefährlicher ist.

Nachdem vergangene Woche die Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt - bei drei verendeten Wildvögeln im Kreis Nordfriesland festgestellt wurde, hat das Umweltministerium am Montagabend neun weitere Fälle vermeldet. Sie wurden in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen entdeckt. Dabei wurde auch ein weiterer Virus-Typ gefunden: H5N5 ist nach Angaben des Kreis-Veterinäramts Nordfriesland noch infektiöser als der bisherige H5N8.

Aufstallung droht auch Haltern in Dithmarschen

Insgesamt gibt es nun zwölf Fälle von Geflügelpest in Schleswig-Holstein. Im Kreis Nordfriesland gilt die Aufstallung von Geflügel nach der Geflügelpest-Verordnung in Küstennähe und in weiteren Wildvogelrastgebieten. Aufgrund der aktuellen Nachweise im Kreis Dithmarschen wird am Mittwoch (4.11.) auch hier die Aufstallung in definierten Gebieten angeordnet. Weitere Informationen hierzu stellen die Kreise zur Verfügung.

"Das Wichtigste ist, dass wir ein Übergreifen des Virus auf andere Regionen und vor allen Dingen auf die Haustierpopulationen, also die Geflügelmastbetriebe, verhindern", sagt Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). "Dafür sind die schnellen Aufstallungen und Hygienemaßnahmen das A und O." Bei einem Ausbruch der Krankheit in einem Geflügelbetrieb müssen alle Tiere getötet werden.

Virus grundsätzlich auf Menschen übertragbar

Auch in den Nachbarländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden Fälle der Geflügelpest bekannt. Dabei sind ebenfalls beide Virus-Typen vertreten. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Referenzlabor für Geflügelpest, klar macht, wurde eine Infektion mit den beiden Virus-Typen bei Menschen bisher nicht nachgewiesen, auch wenn die Geflügelpest grundsätzlich übertragbar ist.

Kranke oder verendete Wild- und Greifvögel sollten daher zwar dem Veterinäramt des Kreises gemeldet, aber nicht ungeschützt angefasst werden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.11.2020 | 19:30 Uhr

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