Tag des Waldes: Landwirt aus Ratekau ausgezeichnet

Stand: 21.03.2023 13:58 Uhr

Die Wälder in Deutschland sind in einem schlechten Zustand. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Bundesagrarministerium am Dienstag vorgestellt hat. In Schleswig-Holstein wird dagegen ein vorbildlicher Wald ausgezeichnet.

Am internationalen Tag des Waldes wird ein Landwirt aus Ratekau (Kreis Ostholstein) für seinen besonderen Wald ausgezeichnet. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ehrt jedes Jahr am 21. März einen Wald, der ökologisch vorbildlich und zukunftsorientiert gepflegt wird. In diesem Jahr sind das die 25 Hektar von Uwe Beythin, der nur dann in das Ökosystem eingreift, wenn Baumkrankheiten oder Stürme das Gleichgewicht gefährden. So konnte sich in den vergangenen 500 Jahren ein vielfältiges Biotop aus Erlen, Eschen, Buchen und weiteren Baumarten inklusive Bruchholz und pflanzlichem Bewuchs entwickeln.

Aus Liebe zum Wald

Ein Mann mit einer hellen Mütze steht in einem Wald bei Ratekau und blickt in die Kamera. © NDR
Uwe Beythin kümmert sich bereits seit Jahrzehnten um seinen Wald. Dabei holt er sich auch Rat von Förstern.

Für den Landwirt und Waldbesitzer Beythin ist die Pflege des Waldes eine Leidenschaft. "Die Liebe zum Wald und das Interesse am Wald, das ist bei mir als Hobby quasi mitentstanden. Das muss man als Hobby, Spaß und als Aufgabe ansehen, dann kann man das machen, sonst braucht man gar nicht anzufangen", sagt er.

Stiftung aus SH: Aufforstung mit Klimawäldern

Wie wichtig dieser Einsatz für den Wald ist, betont auch die Stiftung Klimawald mit Sitz in Aukrug (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Denn jeden Tag verschwinden laut der Stiftung auf der Welt Wälder auf einer Gesamtfläche von mehr als 43.000 Fußballfeldern. In Schleswig-Holstein setzt sich die Stiftung mit Hilfe von Spendengeldern für Aufforstungen ein. Unter anderem entstehen in diesem Jahr 160.000 Quadratmeter Wald in der Gemeinde Bark bei Bad Segeberg. Dabei werden die Bäume bewusst nur auf Flächen gepflanzt, die der Stiftung gehören - um sicherzustellen, dass sie auch langfristig stehenbleiben. So sind in den vergangenen 13 Jahren bis heute insgesamt 14 sogenannte Klimawälder entstanden, zum Beispiel in Arpsdorf, Nordhastedt, Ostenfeld, Neumünster, Schwedeneck und Ellerbek. Sie sind für die Bevölkerung zugänglich und sollen nicht nur Erholungscharakter bieten, sondern auch die Luftqualität verbessern.

900 Millionen Euro für Wälder

Auch das Bundesagrarministerium will gegen fortschreitende Baumschäden vorgehen. Aus der am Dienstag vorgestellten Waldzustandserhebung geht hervor, dass vier von fünf Bäumen in Deutschland krank sind. Vor allem Dürre- und Hitzeperioden machen den Wäldern zu schaffen. Alle müssten weiter entschlossen handeln, betonte Agrarminister Cem Özdemir (Grüne), damit die Wälder in Zukunft der Trockenheit und den höheren Temperaturen trotzen können. Das bedeute Mischwald statt Monokulturen, so Özdemir. Dafür will er 900 Millionen Euro einsetzen.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.03.2023 | 19:30 Uhr

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