Nord-Ostsee-Kanal: IfW rät zu Senkung der Gebühren

Stand: 09.06.2021 17:23 Uhr

Seit Jahren nutzen immer weniger Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Am Mittwoch hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel eine neue Studie vorgestellt, die untersucht, wie wirtschaftlich der NOK ist.

Ein Ergebnis der Studie: Deutschland profitiert mit 570 Millionen Euro pro Jahr vom NOK. 140 Millionen davon fließen an die Mitarbeiter von Firmen, die einen direkten NOK-Bezug haben, zum Beispiel die NOK-Verwaltung. Aber auch indirekt verdienen viele Unternehmen am NOK, zum Beispiel Handwerks- oder auch Tourismusbetriebe. Konkrete Summen, wieviel diese Betriebe an der Wasserstraße verdienen, lieferte die Studie allerdings nicht.

Weniger Baustellen für mehr Attraktivität

Da seit Jahren immer weniger Schiffe den NOK nutzen, raten die Autoren dazu, die Gebühren für die Reedereien zu senken und weniger Baustellen auf dem NOK zu betreiben, um so lange Wartezeiten zu vermeiden. So könne es gelingen, den Kanal wieder etwas attraktiver für die Schifffahrt zu machen.

Felbermayr: Tempo bei Ausbau

Nach Ansicht von IfW-Präsident Gabriel Felbermayr muss beim Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel und beim Neubau der alten Kammer in Holtenau mehr Tempo gemacht werden. Das IfW schlägt außerdem vor, das Gebührensystem des NOK an den Preis für Schiffsdiesel zu koppeln. Denn wenn Diesel billig ist, nehmen viele Schiffe den Umweg über das Skagerrak nördlich von Dänemark.

NOK als umweltfreundliche Alternative

Die Autoren der Studie schreiben, der NOK sei eine lohnende Abkürzung. Denn die Schiffe, die den NOK durchfahren, müssen nicht den weiten Umweg nehmen und produzieren dadurch weniger Schiffsabgase. Außerdem fahren sie auf dem Kanal langsamer als auf der Nordsee. Beides spart zudem Schiffsdiesel. Das macht den NOK aus Sicht der Autoren zu einer umweltfreundlichen Wasserstraße.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.06.2021 | 17:00 Uhr

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