Stand: 23.07.2018 13:04 Uhr

Messerangriff: Verdächtiger schuldunfähig?

Nach dem Messerangriff in einem Lübecker Linienbus sind fast alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilten die Ermittler am Montag mit. Ein 21-jähriger Mann aus den Niederlanden liegt allerdings weiter mit schweren Schnittverletzungen in der Klinik. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn bis Montag hat der Beschuldigte nichts zu den Vorwürfen gesagt. Deshalb sind Polizei und Staatsanwaltschaft umso mehr auf die Aussagen von Zeugen angewiesen. 17 Fahrgäste des Linienbusses, die am Freitag ihre Personalien angegeben hatten, sind inzwischen befragt worden. Nur fünf weitere haben sich selbst bei den Ermittlern gemeldet. Der Busfahrer hatte geschätzt, dass ca. 70 Fahrgäste in dem Bus den Angriff miterlebt haben.

 

Bisher kein Hinweis auf Schuldunfähigkeit

Das Motiv für die Tat ist weiterhin völlig unklar. Medienberichte, wonach der mutmaßliche Täter psychisch krank sei, kann Lübecks Oberstaatsanwältin Ulla Hingst bislang nicht bestätigen. "Wir haben aktuell keine Hinweise darauf, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten bei Tatbegehung aufgehoben sein könnte", sagte sie NDR 1 Welle Nord. "Wir werden aber im Rahmen unserer Ermittlungen einen psychiatrischen Sachverständigen mit der Begutachtung des Tatverdächtigen zu Klärung der Frage der Schuldfähigkeit beauftragen", erklärte Hingst weiter.

Mann ging mit Messer auf Fahrgäste los

Der 34 Jahre alte Mann soll am Freitag erst versucht haben, den vollbesetzten Bus in Brand zu setzen. Danach ist er nach Angaben der Ermittler mit einem Messer auf die Fahrgäste losgegangen und hat zehn von ihnen verletzt, einige davon schwer. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem versuchten Mord vor. Für einen terroristischen Hintergrund gibt es bislang keine Hinweise.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.07.2018 | 12:00 Uhr

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