Freilandgänse stehen vor einem Stall. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Geflügelpest: Stallpflicht nun fast in ganz SH gültig

Stand: 14.01.2022 16:33 Uhr

Die Zahl der Fälle, in denen Wildvögel erkrankt sind, hat in diesem Monat im Kreis Segeberg sprunghaft zugenommen. Deswegen gilt seit Donnerstag laut Veterinäramt ein Aufstallungsgebot.

Seit Donnerstag dürfen die Tiere im ganzen Kreis Segeberg nicht mehr ins Freie. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde vom Kreis erlassen. Auch im Kreis Stormarn gibt es eine entsprechende Allgemeinverfügung. Die Stallpflicht gilt auch bereits im Kreis Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg. Oberstes Ziel muss es laut Veterinäramt sein, zu verhindern, dass das Virus von den Wildvögeln auf die Haustierbestände übertragen wird. Das bedeutet für alle Geflügelhalter unter anderem, besonders darauf zu achten, dass sowohl ihr Geflügel als auch die Nahrung der Tiere von Wildvögeln abgeschirmt wird.

Kadaver nicht anfassen und das Amt informieren

Seit Mitte Oktober 2021 treten im Land Funde von Wildvögeln auf, die mit der Geflügelpest infiziert sind. Anfang Januar wurden Ufer der Unterelbe zwischen Brokdorf und Kollmar im Kreis Steinburg ungewöhnlich viele tote Tiere gefunden. Spaziergänger sollten die Kadaver keinesfalls anfassen oder mit nach Hause nehmen, sondern das Ordnungsamt oder den Kreis informieren.

Stallpflicht in einigen Regionen gültig

Auch in anderen Teilen Schleswig-Holsteins hatte es in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche positive Funde gegeben. Neben den Städten Lübeck und Flensburg haben zehn Kreise eine Stallpflicht angeordnet. Damit gibt es im Land nur noch drei Ausnahmen. Das sind laut Umweltministerium die Kreise Stormarn, die Stadt Neumünster - und die Stadt Kiel. Dort gibt es die Stallpflicht nur in einigen Stadtteilen.

In diesen Kreisen in Schleswig-Holstein gilt die Stallpflicht bereits:

  • Steinburg
  • Stormarn
  • Segeberg
  • Ostholstein
  • Nordfriesland
  • Rendsburg-Eckernförde
  • Herzogtum Lauenburg
  • Dithmarschen
  • Plön
  • Pinneberg
  • Schleswig-Flensburg

Verschärfte Hygiene-Auflagen für alle Halter und Züchter

Bereits Ende November hatte das Landwirtschaftsministerium auf die steigende Zahl der Geflügelpest-Fälle reagiert und landesweit die Hygieneauflagen für alle gewerblichen und privaten Geflügelhalter verschärft. Ohne Schutzkleidung darf keiner mehr in Ställe, in denen zum Beispiel Hühner, Fasane, Laufvögel, Enten oder Gänse gehalten werden. Auch müssen die Schuhe gewechselt werden. Außerdem müssen an den Eingängen Desinfektionswannen oder -matten aufgestellt werden.

Die Regeln gelten auch für Halter von Vögeln, die für Tierschauen, Wettflüge, Ausstellungen, Turnierkämpfe, zur Zucht oder zum Verkauf gehalten werden.

Weitere Informationen
Eine tote Brandgans liegt auf am Südstrand von Wilhelmshaven. © dpa-Bildfunk Foto: Imke Zwoch/Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer/dpa

Verendete Wildvögel an Unterelbe im Kreis Steinburg

Landesweit gelten in Schleswig-Holstein weiter strenge Hygieneregeln für private und gewerbliche Geflügelhalter. mehr

Schild am Eingang eines Bauernhofes in Deutschland mit der Aufschrift Achtung Geflügelpest. © picture alliance / Zoonar | Heiko Kueverling Foto: Heiko Kueverling

Geflügelpest: Neue Hygieneauflagen erlassen

Wegen der sich im Norden ausbreitenden Geflügelpest müssen Tierhalter Auflagen zur Hygiene einhalten. mehr

Zwei Graugänse im Flug. © IMAGO / serienlicht Foto: serienlicht

Geflügelpest bei toten Wildgänsen im Kreis Plön

In Kirchbarkau und am Dobersdorfer See ist bei mehreren toten Graugänsen die Geflügelpest festgestellt worden. mehr

Diese Gänse erfrischen sich in einem Wasserbecken auf einer Wiese. © Cordula Sönnichsen Foto: Cordula Sönnichsen

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Wie wird das Vogelgrippevirus übertragen und wie gefährlich ist es für Tier und Mensch? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.01.2022 | 15:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test- Einrichtung gehalten. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen Foto: Britta Pedersen

Corona in SH: Inzidenz steigt auf 772,2

Innerhalb von 24 Stunden sind 5.663 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die höchste Inzidenz gibt es in Lübeck mit 1.032,2. mehr

Videos