Stand: 27.07.2020 20:18 Uhr

Garg: Reiserückkehrer sollten für Corona-Tests zahlen

Urlauber, die aus Risikogebieten wieder zurück nach Deutschland kommen, müssen einen verpflichtenden Corona-Test machen. Eine entsprechende Regelung hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt. Die Tests sollen kostenlos sein. Rechtliche Bedenken seien inzwischen aus dem Weg geräumt worden, hieß es aus dem Ministerium in Berlin. Wegen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit war Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) bisher gegen eine Testpflicht, will jedoch den Beschluss nun mittragen.

Mittelfristig ein System mit zwei Corona-Tests?

Garg meint aber, dass Urlauber, die in ein Risikogebiet reisen, die Kosten für den Corona-Test selbst übernehmen sollten. "Das kann man beispielsweise machen, indem die Kosten auf den Ticketpreis umgelegt werden. Oder wenn man pauschal verreist, dass man das über den Reisepreis auch mitabgeltet. Aber ich finde es schwierig, wenn diese Testkosten dauerhaft von der Allgemeinheit übernommen werden", sagte Garg am Montag. Außerdem fordert er mittelfristig ein System mit zwei Corona-Tests. Einen davon sollten Reiserückkehrer schon bei der Wiederankunft in Deutschland mitbringen, so Garg: "Das erste negative Ergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein." Ein zweiter Test sollte nach seinen Worten etwa fünf Tage später gemacht werden, während Urlauber zwischenzeitlich in Quarantäne bleiben.

Mobile Labore für Corona-Tests geplant

Die Umsetzung in Schleswig-Holstein wird derzeit im Gesundheitsministerium diskutiert. Bis Mittwoch soll es Ergebnisse dazu geben. Gut möglich, dass Tests an mobilen Stationen durchgeführt werden - in Bussen, die als Labor umgerüstet sind. Das Kieler Labor Krause bestätigte, dass die Kassenärztliche Vereinigung bei ihm schon angefragt hat. Es sei denkbar, dass die Busse pro Woche an bis zu fünf verschiedene Orten im Land Station machen und das Team dann Abstriche von Reiserückkehrern nimmt. Aktuell werden in dem Kieler Labor täglich bis zu 400 Tests untersucht. Es gebe aber Kapazitäten von mehr als 1.000 Tests am Tag.

Urlauber sorgen für neue Covid-19-Fälle in Dithmarschen

Maßgeblich auf Reiserückkehrer führt der Kreis Dithmarschen den jüngsten Anstieg von Covid-19-Neuinfektionen zurück. Seit Mitte vergangener Woche habe sich Zahl der Corona-Neuinfektionen in Dithmarschen um 28 auf nun insgesamt 108 erhöht, teilte Landrat Stefan Mohrdieck (parteilos) am Montag mit. Bis auf wenige Ausnahmen hätten sich die Fälle im Kontext Reiserückkehr entwickelt. Der überwiegende Teil der Neuinfektionen entfalle auf mehrere in Dithmarschen lebende Familien, die einen engen Kontakt pflegen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. "Das Gesundheitsamt arbeitet mit Hochdruck daran, alle relevanten Kontaktpersonen zu ermitteln, um die Weiterverbreitung möglichst einzudämmen", sagte Mohrdieck.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.07.2020 | 20:00 Uhr

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