Stand: 24.01.2020 11:21 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Kontrollen in SH: Polizei legt mehrere Schwertransporter still

In Schleswig-Holstein haben Polizisten in der Nacht zu Freitag insgesamt 36 Schwertransporter kontrolliert. Das Ergebnis machte die Einsatzkräfte nahezu sprachlos: Nur zehn dieser Transporter waren in Ordnung, und die Fahrer konnten ihre Reise ohne Beanstandung fortsetzen. Polizeihauptkommissar Kai-Oliver Braß aus Scharbeutz, der bei den Kontrollen dabei war, sprach von einem "extrem bedenklichen Ergebnis. "Wir sehen die Abmessungen von den Fahrzeugen und sagen: Das kann ja eigentlich gar nicht wahr sein, was hier nachts alles unterwegs ist." In erster Linie geht es hier um die Breite der Transporter, die vor allem auf Bundesstraßen zum Problem werden kann.

48 Polizisten aus dem ganzen Land beteiligt

An den Kontrollen beteiligten sich 48 fachlich spezialisierte Polizisten aus Heide, Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Kiel, Neumünster, Ratzeburg, Scharbeutz und Elmshorn sowie der Sondereinsatzzug aus Eutin. Sie waren von Donnerstag ab 19 Uhr bis Freitagmorgen gegen 3 Uhr im Einsatz. Die Beamten legten besonderes Augenmerk auf Transporte, die nicht von der Polizei begleitet wurden. Immer häufiger beobachten die Beamten, dass hier Fahrer - mutmaßlich oder auch nicht - gegen Auflagen verstoßen.

Falsche Route, technische Mängel, fehlende Genehmigungen

Bei einem Transport wurden Verstoße gegen die Auflagen und fehlende Genehmigungen festgestellt. Es gab auch Schwertransporter, die auf der Straße ohne Polizeibegleitung fuhren, obwohl dies vorgeschrieben war. Bei den Kontrollen stellten Braß und seine Kollegin Sarah Lemke zum Beispiel auch fest, dass bei einem Transporter der Druckluftkompressor undicht war. "Das ist jetzt nicht gravierend", sagte Braß. Dennoch bekam der Fahrer einen Mängelbericht mit.

Erst fegen, dann fahren

Auf einem Lkw lagen Hunderte Kieselsteine auf der Ladefläche. "Die landen dann bei einem dahinter fahrenden Auto auf der Windschutzscheibe." Die Sofortmaßnahme lautete "wegfegen". Ein anderer Fahrer hatte eine Route gewählt, die für seinen Transporter gar nicht gestattet war. "Mit Überbreite und dem Gewicht könnte es jetzt problematisch werden. Die Fahrer wissen nicht, welche Straßen sie befahren, wie breit sie sind", meinte Braß. Auch Brücken könnten dann zu einem Problem werden. Die Konsequenz: Weiterfahrt gestoppt.

13 Gespanne mussten die Fahrt abbrechen

Insgesamt erhielten bei der landesweiten Kontrolle 26 Fahrer Anzeigen. 13 Fahrer mussten nach Angaben der Polizei ihre Gespanne sogar geparkt stehen lassen. Braß vermutete, dass die erfassten Verstöße nicht die Wirklichkeit widerspiegeln: "Die Dunkelziffer ist unfassbar hoch aus meiner Sicht." Es gebe sehr, sehr viele Schwarzfahrer, sagte der Scharbeutzer Hauptkommissar.

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Schleswig-Holstein Magazin | 24.01.2020 | 19:30 Uhr

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