Ein Architektenplan der Fassade zeigt verschiedene Perspektiven auf diese. © NDR

Denkmal erinnert an ehemalige Synagoge in Bad Segeberg

Stand: 14.10.2021 09:08 Uhr

In der Reichspogromnacht plünderten und zerstörten Nationalsozialisten die Synagoge in Bad Segeberg. Nun soll eine durchlässige Stahlkonstruktion an sie erinnern.

Die ehemalige Synagoge in der Kirchstraße in Bad Segeberg wurde im Jahr 1938 innen weitgehend zerstört. Da sie allerdings zwischen Wohnhäusern stand, wurde sie in der Reichspogromnacht nicht niedergebrannt. So überlebte das Gebäude die Nazi-Zeit und wurde anschließend als Lagerraum oder Pferdestall genutzt, bis die Stadt es 1962 aufgrund seiner Baufälligkeit abreißen ließ.

Ein schwarz-weißes Foto der alten Fassade. © NDR
Auch die neue Fassade aus Stahl soll sich an dem historischen Vorbild orientieren.

Seit knapp 20 Jahren ist die Baulücke ein Gedenkort, allerdings ziemlich unscheinbar. Jetzt soll eine nachgebildete Fassade der Synagoge den Ort sichtbarer machen.

Regionaler Betrieb realisiert Denkmal für Synagoge

Die Jüdische Gemeinde hat einen Metallbaubetrieb aus Schleswig-Holstein mit dem Projekt beauftragt. Vier Tonnen verzinkter Stahl sind für die Rekonstruktion der Fassade nötig. "Es ist ein Privileg, das bauen zu dürfen und ich finde es ist eine schöne Sache, dass das hier wieder hinkommt", sagt Dannis Janucillo von Trave Metallbau.

In den vergangenen Wochen haben Janucillo und seine Mitarbeiter das Gerüst in ihrer Werkstatt in Scharbeutz (Kreis Ostholsten) vorbereitet und dann an Ort und Stelle zusammengeschraubt. Der Entwurf folgt den Originalmaßen: acht Meter breit und knapp elf Meter hoch mit einer großen offenen Eingangstür und acht Fenstern - so, dass das historische Vorbild zu erkennen ist.

Einweihung zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November

Zum 83. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November will die jüdische Gemeinde den neuen Gedenkort mit vielen prominenten Gästen feierlich einweihen. Die Baukosten betragen 55.000 Euro und sind über Spenden zusammengekommen.

Weitere Informationen
Brennende Synagoge in der Bergstraße in Hannover am 10. November 1938. © HAZ-Hauschild-Archiv, Historisches Museum Hannover. Foto: Wilhelm Hauschild

Angeordneter Terror in der Reichspogromnacht

9. November 1938: Auf Geheiß der Nationalsozialisten brennen vor 84 Jahren auch im Norden Synagogen und jüdische Geschäfte. mehr

Eine Ansprache zur Wiedereröffnung der Carlebach-Synagoge in Lübeck.

Festakt mit Ehrengästen: Carlebach-Synagoge wiedereröffnet

Vor rund 100 geladenen Gästen wurde das jüdische Gebetshaus in einer feierlichen Zeremonie wieder der Gemeinde übergeben. mehr

Gedenkstein an die Opfer des Holocaust auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Foto: Bernd Wüstneck

Holocaust - Das beispiellose Verbrechen

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. Daran erinnert jedes Jahr am 27. Januar ein Gedenktag. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 13.10.2021 | 19:30 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

NS-Zeit

Denkmal

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Fußgänger geht auf die Holtenauer Brücke, die nach eine Sperrung freigegeben wurde. © NDR

Holtenauer Hochbrücken: Fußgänger und Radfahrer dürfen wieder rüber

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Madsen sagte, er hoffe, die Brücke bald auch für Pkw wieder öffnen zu können. mehr

Videos