Stand: 11.12.2018 21:47 Uhr

Bürger und Betreiber diskutieren über Krümmel-Rückbau

Das Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) soll weg. Aber wohin mit dem Müll? Darum ging es am Dienstag im Sachsenwaldforum in Reinbek (Kreis Stormarn). Bei einem Erörterungstermin diskutierten etwa 400 Anwohner und Umweltschützer mit Vertretern des AKW-Betreibers Vattenfall und der Atomaufsicht des Landes.

Philip Schroeder im Gespräch mit Harriet Heise.

AKW-Rückbau: Anwohner diskutieren mit Betreiber

Schleswig-Holstein Magazin -

Bei einem Erörterungstermin zum Rückbau des AKW Krümmel haben Anwohner und Umweltschützer mit dem Betreiber Vattenfall und der Atomaufsicht diskutiert. Philip Schroeder berichtet.

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Bedenken sollen in Genehmigungsverfahren einfließen

Seine Rückbaupläne hatte Vattenfall zuvor auf 1.400 Seiten dargelegt. In 15 Jahren soll das AKW-Gelände demnach zur grünen Wiese werden. Die Bürger konnten sich die Pläne durchlesen und ihre Bedenken schriftlich äußern. Nun geht es um einen direkten Austausch über die Rückbaupläne mit dem Betreiber und dem Energiewendeministerium. Die Bedenken sollen dann in das Genehmigungsverfahren für den Rückbau einfließen.

Sorge um Gesundheit

Viele Anwohner befürchten, dass es beim Rückbau des AKWs sehr laut wird. Sie fordern Geld für Schallschutz-Fenster. Auch der geplante Neubau eines Zwischenlagers für radioaktiven Müll macht vielen Menschen in der Region Angst, sie sorgen sich um ihre Gesundheit. Denn das radioaktive Material bleibt noch solange am Standort, bis es irgendwann ein Bundeszentralendlager geben wird. Das kann aber noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern.

2009 abgeschaltet

Das Atomkraftwerk Krümmel ging 1984 ans Netz. Wegen Defekten, Bränden, Schnell-Abschaltungen war es immer wieder in den Schlagzeilen. In der Umgebung des Kraftwerks erkrankten außerdem Menschen an Leukämie. Ein Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk wurde nie bewiesen. Nach einer neuen Pannenserie wurde das AKW 2009 schließlich abgeschaltet.

2020 soll Rückbau beginnen

Nun soll es abgerissen werden. So einfach geht das aber nicht. Vattenfall muss das AKW auseinandernehmen - von innen nach außen. Erst ist der Kern-Brennstoff, der Druckbehälter und der Sicherheitsbehälter dran. Danach kommt die Technik an die Reihe. Alles was raus aus dem AKW soll, muss getestet werden. Vieles kann wiederverwertet werden. Einiges muss auf die Deponie. Und rund 8.000.000 Tonnen teils hoch radioaktiver Müll bleiben zurück - vorerst in dem geplanten Zwischenlager auf dem AKW-Gelände. Am Ende bleibt eine leere Betonhülle übrig. Sie kann relativ unkompliziert abgerissen werden. 2020 will Vattenfall mit dem Rückbau beginnen. 15 Jahre soll er dauern. Aber nur wenn das Genehmigungs-Verfahren so läuft, wie der Konzern es plant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.12.2018 | 22:00 Uhr

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