Stand: 20.08.2020 18:03 Uhr

Autoliv will Produktion in Elmshorn schließen

Der Autozulieferer Autoliv will bis Mitte 2023 seine Produktion in Elmshorn (Kreis Pinneberg) schließen. Das hat am Donnerstag der Betriebsrat zusammen mit der IG Metall Unterelbe bekannt gegeben. Am Mittwoch wurde bereits die Belegschaft informiert. Die Schließung der Produktion von Sicherheitsgurten betrifft etwa 200 Beschäftigte. Die Arbeiten sollen künftig in Ungarn erledigt werden. Darüber hinaus soll es einen weiteren Abbau von etwa 70 Arbeitsplätzen in anderen Bereichen des Unternehmens geben. Diese Arbeitsplätze werden nach Angaben von Gewerkschaft und Betriebsrat nach Rumänien verlagert. Das bestätigte auch Geschäftsführer Jens Eisfeld. Aktuell arbeiten rund 900 Menschen am Standort von Autoliv in Elmshorn.

Fokus soll auf Entwicklung gelegt werden

Der Standort Elmshorn soll in ein reines Technologiezentrum für die Entwicklung von Sicherheitsgurten umgewandelt werden. "Unser Fokus liegt dann allein auf der Neuentwicklung für Kunden in aller Welt", erläuterte Eisfeld die Konzern-Pläne.

Europaweit sollen 500 Stellen wegfallen

Der Konzern hatte bereits vor einem Monat umfassende Kürzungen angekündigt. Das Unternehmen begründete die geplanten Maßnahmen mit einem starken Umsatzeinbruch und der fehlenden Aussicht auf Erholung des Automobilmarktes. Europaweit sollen deswegen 500 Stellen abgebaut werden - und zwar bereits bis Ende März 2021. Auch komplette Standorte werden wohl geschlossen.

Betriebsrat: Autoliv will Profit steigern

Zur wirtschaftlichen Situation des Standortes sagte Betriebsratsvorsitzende Klaus Brüggemann, dass man von März bis Juni betroffen gewesen sei. "Seit Juli ist das aufgrund der guten Auftragslage nicht mehr notwendig." Er warf Autoliv vor die Arbeitsplätze gar nicht in Deutschland erhalten zu wollen, "sondern durch die Verlagerung nach Osteuropa den Profit steigern" zu wollen.

Beschäftigte wütend und sprachlos

Bei der Belegschaft herrschte am Mittwochnachmittag nach Angaben der Arbeitnehmervertreter Bestürzung, Sprachlosigkeit und Wut. Betriebsrat und IG Metall wollen die Pläne von Autoliv so nicht hinnehmen. "Diese Planung ist gegen die Betroffenen so auch nicht umsetzbar", sagte Kai Trulsson, Geschäftsführer der IG Metall Unterelbe.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.08.2020 | 12:00 Uhr

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