Stand: 17.06.2019 13:41 Uhr

Arbeiten am Kanaltunnel verzögern sich um Monate

von Christian Wolf

Der Rendsburger Kanaltunnel könnte als BER von Schleswig-Holstein angesehen werden. Ähnlich wie der geplante Flughafen von Berlin hat auch das Bauwerk unter dem Nord-Ostsee-Kanal mit andauernden Problemen und Verzögerungen zu kämpfen. Ursprünglich sollte die Sanierung des Bauwerks, die 2011 begann, zwei Jahre dauern und nicht mehr als 25 Millionen Euro kosten. Diese sind mittlerweile auf 80 Millionen gestiegen. Zuletzt hieß es vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, dass die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein ist das allerdings nicht der Fall.

Monatelange Nacharbeiten

Zwar soll die Weströhre wie geplant im Februar kommenden Jahres für den Verkehr freigegeben werden, danach soll es aber immer wieder zu Sperrungen kommen - und zwar für mindestens sechs Monate. Rendsburgs Bürgermeister, Pierre Gilgenast (SPD), hat die Verzögerungen gegenüber NDR Schleswig-Holstein bestätigt.

Rendsburgs Bürgermeister Gilgenast fassungslos

"Das macht einen ein Stück weit sprach- und fassungslos, weil wir bis in den März hinein immer wieder den Hinweis bekommen haben, es läuft alles nach Plan", so Gilgenast. Schuld an den Verzögerungen soll ein Unternehmen sein, dass für die Lüftungs- und Sicherheitstechnik zuständig ist. Der SPD-Politiker findet, die Umstände seien nicht mehr hinnehmbar: "Das ist wirklich unerträglich - sowohl für die Stadt Rendsburg als auch für die hiesige Wirtschaft".

Was die Verzögerungen für die Kosten bedeutet, ist noch nicht klar. Genaue Einzelheiten sollen wohl erst Ende der Woche bekannt geben werden. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Unternehmensverband fordert Konsequenzen

Entsetzt über die neue Verzögerung zeigt sich auch der Unternehmensverband Mittelholstein. "Die Geduld ist am Ende und die neue Verzögerung muss auch in der Behörde Konsequenzen haben, damit künftige Projekte überhaupt noch glaubwürdig sind", so Sebastian Schulze vom Verband. Schon früher hatte er auf die Verluste im Wirtschaftsraum Rendsburg durch die Sanierung aufmerksam gemacht. Täglich entsteht nach seinen Angaben ein Schaden in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.06.2019 | 12:00 Uhr

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