Stand: 27.01.2020 13:24 Uhr

Anklage nach Serie rechtsextremer Drohschreiben

Hinter Flatterband stehen zwei Polizisten vor dem Bahnhof in Neumünster © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Auch der Bahnhof Neumünster wurde nach einem Drohschreiben gesperrt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat gegen Andrè M. aus Halstenbek (Kreis Pinneberg) Anklage erhoben. Er soll für eine Serie von Drohschreiben mit rechtsextremistischen Inhalten verantwortlich sein. Die Behörde wirft dem 31-Jährigen mehrere Vergehen vor: Anleitung zur Begehung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten, Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten, schwere Nötigung sowie versuchte räuberische Erpressung und Bedrohung.

M. soll zwischen Oktober 2018 und April 2019 unter dem Absender "NationalSozialistische Offensive" Mails an Mitglieder des Bundestags, Gerichte, Polizeidienststellen, Behörden, Einkaufszentren und Medien geschickt haben. Darin wurde laut Staatsanwaltschaft mit Sprengstoffanschlägen und Tötungsdelikten gedroht.

Insgesamt geht es um fast 110 Taten. Unter anderem wurden nach solchen Drohungen die Bahnhöfe in Lübeck und Neumünster geräumt. Im vergangenen April war der Angeklagte in Schleswig-Holstein gefasst und in eine Haftanstalt nach Berlin überstellt worden.

M. war bereits in der Psychiatrie untergebracht

M. ist für Ermittler und Justiz seit mehr als zehn Jahren ein bekanntes Gesicht: Drei Mal verurteilten ihn Gerichte wegen weit über 100 Fällen von Sachbeschädigung und Brandstiftung - die letzten geschahen im Sommer 2014. Aufgestochene Reifen, brennende Autos und ein gesprengter Zigarettenautomat gingen auf sein Konto.

Gutachter attestierten ihm immer wieder eine Persönlichkeitsstörung. Einmal wurde M. in einer Psychiatrie untergebracht. Von dem Vorwurf, einen Bombenanschlag auf das Rellinger Apfelfest geplant zu haben, wurde M. vor Gericht freigesprochen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.01.2020 | 14:00 Uhr

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