Eine Moorraupe der Bundeswehr © NDR Foto: Hedwig Ahrens

Bundeswehr fehlen weiter Löschraupen auf Anlage bei Meppen

Stand: 10.04.2021 12:09 Uhr

Probleme mit der Ausrüstung scheinen fast normal zu sein bei der Bundeswehr. Auch im Emsland: Etwa zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Moorbrand fehlen dort noch immer zwei Löschraupen.

Niedersachsen, Meppen: Eine Löschraupe ist beim Moorbrand in Meppen im Einsatz. © picture alliance/dpa/WTD 91 Foto: dpa
Geräte wie dieses bräuchte man in Meppen, um den Schießbetrieb wieder aufzunehmen.

Auf zwei Vergabeverfahren für die Anschaffung der beiden Fahrzeuge gab es keine Angebote. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Ein drittes Verfahren sei zwar eröffnet worden, mit einer möglichen Lieferung der zwei Löschraupen könne aber nicht vor Ende des Jahres gerechnet werden, heißt es darin. Weil diese für den Brandschutz wesentlich sind, kann die Bundeswehr in Meppen ihren Schießbetrieb solange nicht vollumfänglich aufnehmen.

Tiefbohrbrunnen ebenfalls nicht einsatzbereit

"Die Bundeswehr bewegt sich hier im Schneckentempo", kritisiert der Lingener FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck. Die beiden Fahrzeuge seien eigentlich schon für 2020 geplant gewesen. Zudem beklagt Beeck, dass zehn zusätzliche Tiefbohrbrunnen, die die Löschwasserversorgung verbessern sollen, bislang ebenfalls nicht einsatzbereit sind. Auch die personelle Verstärkung sei nicht abgeschlossen. Dies werde der großen Bedeutung des Technologiezentrums der Bundeswehr für Waffen und Munition nicht wirklich gerecht, so Beeck.

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Löschwasser-Transporter erst ab 2023

Anfang September 2018 war bei einem Waffentest ein Moorbrand ausgebrochen, den die Bundeswehr mehr als einen Monat lang nicht löschen konnte. Das Feuer hatte sich auch wegen nicht einsatzfähiger Löschraupen stark ausgebreitet. Auch die Löschwasserzufuhr gestaltete sich als problematisch. Neben den Brunnen, die laut Verteidigungsministerium im zweiten Quartal 2021 einsatzbereit sind, will die Bundeswehr Spezialfahrzeuge anschaffen, die große Mengen Löschwasser transportieren können. Mit deren Lieferung sei im Jahr 2023 zu rechnen, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Zuerst hatte die "Meppener Tagespost" darüber berichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 10.04.2021 | 15:00 Uhr

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