Stand: 24.05.2019 10:07 Uhr

Zwischen Fluss und Meer: Titel für Nordseeästuar

Der regelmäßige Wechsel von Flut und Ebbe weitet das Flusstal aus und schafft eine trichterförmige Mündung - das sogenannte Ästuar.

Dort, wo Flüsse auf Meer treffen, wo Elbe, Ems und Weser in die Nordsee münden, formen die Gewässerkräfte besondere Landschaften. Die sogenannten Ästuare entstehen dort, wo der Unterschied zwischen Ebbe und Flut groß ist. Der regelmäßige Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser weitet das Flusstal aus, sodass eine trichterförmige Mündung entsteht. Entscheidend ist der Tidenhub. Dieser ist an der Nordsee beachtlich und hat das große Nordseeästuar in die Erde gezeichnet. Das Umweltbundesamt hat die Landschaft für dieses Jahr zum Gewässertyp des Jahres 2019 ernannt und will damit auf den negativen Einfluss von Industrie, Tourismus und Schifffahrt hinweisen.

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Extremer Lebensraum für besondere Arten

Die Mündungen von Weser, Elbe und Ems hätten sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Während die Ästuare Ende des 19. Jahrhunderts noch weitgehend naturbelassen waren, werde ihr Zustand mittlerweile als mäßig bis unbefriedigend bewertet. Der Lebensraum Ästuar fordert von Tieren und Pflanzen extreme Anpassung. In den Ästuaren mischen sich Süßwasser und Salzwasser zu Brackwasser. Einige der der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten gibt es nur dort. Zu den dort verbreiteten Lebewesen gehörten laut Umweltbundesamt der europäische Stint, die chinesische Wollhandkrabbe und der Gänsesäger.

Starke Veränderung durch Deiche und Sperrwerke

Die Nordseeästuare werden intensiv durch Industrie, Schifffahrt, Hafenbetrieb und Hochwasserschutz beansprucht und haben sich laut Umweltbundesamt durch Deiche und Sperrwerke stark verändert. Entsprechend weitreichend müssten demnach die Eingriffe sein, um wieder Flachwassergebiete zu schaffen und den Tidenhub zu verringern. Hierfür müssten Nebenflüsse und Nebenarme wieder an die Hauptströme angeschlossen, Deiche geöffnet und zurückversetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 24.05.2019 | 17:00 Uhr

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