Das Schild vom Landgericht Verden vor dem Justizgebäude.

Steuerhinterziehung: Haftstrafe für Syker Finanzbeamten

Stand: 21.04.2021 15:45 Uhr

Das Landgericht Verden hat einen Finanzbeamten aus Bassum (Landkreis Diepholz) wegen Steuerhinterziehung und Untreue in 34 Fällen zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Die Staatsanwältin hatte in ihrem Plädoyer eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert. Der heute 29 Jahre alte Mann hatte im Finanzamt Syke in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren 857.775,35 Euro abgezweigt. Mit dem Geld habe er seine Spielsucht finanziert. Die Ermittler wiesen dem Mann 34 Fälle nach, in denen er Steuergelder auf sein Privatkonto überwiesen hat. Dazu missbrauchte er die Computer von Kollegen aus dem Syker Finanzamt und fälschte deren Unterschriften.

Seit Entlarvung in Therapie

Der Verteidiger des 29-Jährigen hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Er wies darauf hin, dass sein Mandant die Taten nicht aus krimineller Energie begangen habe. Sein Hintergrund sei eine krankhafte, schwere Spielsucht. Zudem verliere er seinen Arbeitsplatz und sei mittellos. Der Verurteilte gestand die ihm zur Last gelegten Delikte. Er gab während des Prozesses an, dass er sich seit dem Auffliegen wegen der Spielsucht in Therapie befinde. Er sei froh, dass man ihm schließlich auf die Schlichte gekommen sei, sagte der Mann.

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Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht vor dem Gebäude des Landgerichts Verden. © picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa | Carmen Jaspersen Foto: Carmen Jaspersen

Verden: Finanzbeamter wegen Millionenbetrug vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen Vergehen in 81 Fällen vor. Dem Mann droht eine mehrjährige Haftstrafe. (15.04.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.04.2021 | 15:00 Uhr

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