Stand: 19.12.2016 13:18 Uhr

Schlechteste Krabbensaison seit 26 Jahren

An der Nordseeküste haben die Preise für Krabbenbrötchen ein Rekordniveau erreicht. Rund sechs Euro muss man für die Spezialität derzeit hinlegen, das ist mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Grund für den Preisanstieg ist das geringe Angebot. Nach Angaben der Erzeugergemeinschaft Deutscher Krabbenfischer hat sich die Fangmenge im Vergleich zum Vorjahr halbiert.

Seit 1990 sind nicht mehr so wenig Krabben ins Netz gegangen wie in diesem Jahr, sagte Phillip Oberdörfer von der Erzeugergemeinschaft gegenüber NDR 1 Niedersachsen. 2015 hatten die 180 Fischer noch rund 12.000 Tonnen gefangen, in diesem Jahr war es gerade mal die Hälfte.

Der Wittling frisst die Krabben weg

Verantwortlich für den Rückgang ist in erster Linie der Wittling. Der dorschartige Fisch ist in diesem Jahr besonders aktiv und frisst einen Großteil der Krabben weg. In der Folge wiederum bleibt der Nachwuchs aus. "Das habe ich in meinen 45 Jahren als Fischer schon fünfmal erlebt. So ist die Natur, dagegen kann man nichts machen", sagte Fischer Dirk Sander aus Neßmersiel. Es habe in diesem Jahr sogar Tage gegeben, da seien die Fischer gar nicht raus gefahren, weil so wenig Krabben da waren.

Hoher Preis verhindert Verluste

2011 sind die Fischer sogar mal sechs Wochen lang im Hafen geblieben. Damals allerdings, weil es zu viel Krabben gab und die Fischer den überfüllten Markt nicht noch weiter überschwemmen wollten. Während der Kilopreis damals bei 1,30 Euro lag, kostet das ungeschälte Kilo derzeit acht Euro. "Der hohe Preis gleicht die wenigen Fänge wieder aus", so Sander. Finanzielle Verluste gebe es daher nicht. Dennoch hoffen die Fischer, dass sich die Krabbenpopulation schnell wieder erholt und ab Spätsommer die Netze wieder voller sind.

 

Weitere Informationen

Welcher Fisch darf noch auf den Teller?

Aal nein, Karpfen ja, Hering manchmal: Greenpeace zeigt in einem neuen Ratgeber, worauf Verbraucher beim Fischkauf achten sollten - und auf welche Arten sie am besten ganz verzichten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.12.2016 | 12:00 Uhr