Stand: 01.11.2018 20:23 Uhr

Riesige Batterie speichert Strom aus Windenergie

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In Varel ist am Donnerstag ein Hybridgroßspeicher in Betrieb gegangen.

Wenn Windkraftanlagen mehr Strom erzeugen, als benötigt wird, müssen sie gedrosselt werden. Eine Möglichkeit, den Strom zu speichern, gibt es bisher nicht. Das soll sich nun ändern: Im Landkreis Friesland gibt es jetzt einen Energie-Großspeicher. Das Oldenburger Energieunternehmen EWE und die japanische Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO (New Energy and Industrial Technology Development Organization) haben die Batterie der Superlative in Varel gebaut. Sie soll dabei helfen, die Energiewende effizienter zu bewältigen. Heute hat der Großspeicher offiziell den Betrieb aufgenommen. "Der Bedarf an effizienten Lösungen für Herausforderungen der Energiewende steigt weltweit, deshalb begrüßen wir diese zukunftsweisende Kooperation", sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Speicher reicht für fünfstündige Stromversorgung Varels

EWE schreibt auf seiner Internetseite: "Bei Bedarf gibt der Speicher mehr als 11,5 Megawatt Leistung ins Stromnetz ab oder nimmt sie daraus auf. Seine Speicherkapazität von mehr als 22,5 Megawattstunden würde umgerechnet ausreichen, um alle Haushalte in Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen." Varel hat knapp 24.000 Einwohner. Der gesamte Batteriekomplex steht auf einer Fläche von rund 4.000 Quadratmetern. Zwei unterschiedliche Batteriearten machen den Energiespeicher zu einem flexiblen System. Lithium-Ionen Batterien erlauben einen raschen Zugriff auf die gespeicherte Energie, während Natrium-Schwefel Batterien die Energie längerfristig zwischenspeichern können. Werden beide Speicherarten intelligent miteinander kombiniert, so wird auf wirtschaftliche Weise der Stromtransport ins regionale Stromnetz stabil gehalten. Ob und wie der Großspeicher die Netzstabilität verbessern kann, wollen die Projektpartner jetzt herausfinden.

Daten zum Hybridgroßspeicher in Varel

- Speicherkapazität: mehr als 22,5 Megawattstunden
- Leistung: 11,5 Megawatt
- Fläche: rund 4.000 Quadratmeter
- Projektkosten: 27 Millionen Euro
- Material: Lithium-Ionen-Batterien und Natrium-Schwefel-Batterien
- Projektende: Frühjahr 2020

Japanische Behörde ermöglichte das Projekt

Weil Japan ebenfalls an intelligenten Ideen bei der Energiewende interessiert ist, hat die Wirtschaftsförderungsbehörde das Großprojekt mit rund 24 Millionen Euro finanziert. Japanische Firmen haben die Batterien entwickelt und nutzen das Projekt auch, um Geschäftsfelder in Europa zu erschließen. Nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, das als Vermittler an dem Projekt beteiligt ist, haben die Japaner für ihr Referenzprojekt weltweit nirgendwo so gute Voraussetzungen gefunden wie in Niedersachsen. Nach einer dreijährigen Demonstrationsphase soll EWE die Anlage im Frühjahr 2020 unentgeltlich von den Japanern übernehmen und weiterbetreiben. EWE hat rund drei Millionen Euro in das Projekt gesteckt.

Weitere Informationen

EWE plant den Bau einer Riesenbatterie

Der Oldenburger Energieversorger EWE will in einer unterirdischen Salzkaverne eine riesige Batterie bauen. Gelingt das Projekt, könnte es einen Meilenstein in der Energiewende darstellen. (22.06.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 01.11.2018 | 18:00 Uhr

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