Zwei Jugendliche halten ein Plakat mit der Aufschrift "A 20 - nicht mit uns" in die Kamera. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Protestcamp: A20-Gegner wollen am Sonnabend demonstrieren

Stand: 01.06.2021 10:52 Uhr

Gegner des A20-Ausbaus haben im Landkreis Ammerland Mitte Mai ein Protestcamp errichtet. Als Dauermahnwache angemeldet, harren bis zu 20 Personen dort aus. Am Wochenende soll demonstriert werden.

Ihr Zeltlager steht auf der Wiese eines vom möglichen Trassenbau betroffenen Landwirts. "Wir sind hier, um Druck auf die kommende Bundestagswahl auszuüben", sagte Stefan Mester, Camp-Teilnehmer und Abiturient aus dem nahen Rastede. Er deutet auch das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz als Argument gegen den Ausbau des Autobahnnetzes. Die obersten deutschen Richter hatten Anfang Mai geurteilt, dass Klimaschutz nicht auf die Zukunft verschoben werden darf.

Landkreis will Lager auflösen

Mittlerweile haben die A20-Gegner sich eingerichtet, sie wollen bleiben, bis der Bau vom Tisch ist. Die Polizei beobachtet das Ganze. Es gibt kleine Zelte, zwei große Zelte, Spülbecken, eine Toilette, Strom kommt über Solarpaneele und auch Internet wird angeschlossen. Die Versammlung nahe Westerstede ist als Dauermahnwache bei der Ordnungsbehörde des Ammerlandes angemeldet. Der Landkreis wertet das Camp als Bauvorhaben. Das sei nicht genehmigt, heißt es.

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Am Sonnabend sollen bei einem bundesweiten Protesttag "Verkehrswende jetzt - Autobahnbau stoppen" auch Aktionen an der künftigen A20-Trasse stattfinden. Auch die Umweltorganisation BUND und mehrere Bürgerinitiativen wollen dann für eine Mobilitätswende werben.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.06.2021 | 15:00 Uhr

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