Hühner stehen dicht aneinander gedrängt in einem Stall. © picture alliance Foto: Roland Weihrauch

Protest bei Geflügelproduzent: Polizei löst Blockade auf

Stand: 15.07.2021 20:38 Uhr

In Visbek im Landkreis Vechta haben am Donnerstag mehr als 100 Tierschützerinnen und Tierschützer die Firmenzentrale der PHW-Gruppe blockiert. Die Polizei musste eine Sitzblockade auflösen.

Die Teilnehmenden hätten sich nicht an Auflagen gehalten, die mehrfach kommuniziert worden seien, sagte eine Polizeisprecherin. Demnach sollte die Auflösung der Blockade noch bis zum späten Abend dauern, da die Demonstrantinnen und Demonstranten weggetragen werden müssten.

Polizei: Es gab keine massiven Straftaten der Tierschützer

Anfang der Woche hatten Aktivistinnen und Aktivisten in Goldenstedt ein Protestcamp errichtet. Von dort waren sie am Donnerstagvormittag losgezogen. Auf dem Weg nach Visbek hatten Demonstrierende nach Polizeiangaben die vorgegebene Route verlassen und waren über ein Feld gezogen. Ein hölzernes Tor sei mit Farbe besprüht worden. Zugleich warnte die Polizei vor Gerüchten: Es gebe hartnäckige Meldungen in der Bevölkerung, denen zufolge es zu massiven Straftaten von Camp-Teilnehmenden gekommen sei. "Dies kann die Polizei nicht bestätigen", hieß es am frühen Nachmittag. "Wir bitten die Bevölkerung, sich nicht an Gerüchten zu beteiligen." Erkenntnisse, dass von den Versammlungen oder deren Teilnehmenden eine Gefährdung für die Bevölkerung ausgeht, gebe es keine.

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Vorwurf: Profite beruhen auf Ausbeutung

Die PHW-Gruppe ist vor allem bekannt für ihre Marke Wiesenhof. "PHW steht als größter deutscher Geflügelkonzern stellvertretend für die Tierindustrie", sagte die Sprecherin des Bündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie", Franziska Klein. Die Milliardenprofite dieser Unternehmen beruhten auf Ausbeutung und Gewalt. Das Unternehmen töte jedes Jahr mehr als 300 Millionen Puten und Hühner. In ihrem Protestcamp wollen knapp 300 Aktivistinnen und Aktivisten noch bis Sonnabend darüber diskutieren, wie die Landwirtschaft auf eine bio-vegane Produktion ohne Tiere umgestellt werden kann.

PHW-Gruppe sichert Firmenzentrale mit Stacheldraht

Wegen der angekündigten Proteste hatte die PHW-Gruppe in den vergangenen Wochen ihre Firmenzentrale mit Flutlicht, einem Stacheldrahtzaun und einem mehrere Meter hohen hölzernen Zugangstor gesichert. Der Landkreis Vechta wollte das Camp verbieten lassen, scheiterte jedoch vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg.

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Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Nachrichten aus dem Studio Oldenburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.07.2021 | 15:00 Uhr

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