Stand: 28.03.2019 06:18 Uhr

Mordprozess: Högels Psychologin soll aussagen

Vor dem Oldenburger Landgericht wird heute der Mordprozess gegen den Ex-Krankenpfleger Niels Högel fortgesetzt - zwei medizinische Sachverständige haben das Wort. Mit Spannung wird auch die für morgen vorgesehene Aussage von Högels Psychologin aus der Justizvollzugsanstalt Oldenburg erwartet. Nach Angaben von Gerichtssprecherin Melanie Bitter steht der Frau das sonst zwischen Therapeuten und Klienten übliche Zeugnisverweigerungsrecht nicht zu, da sie als Psychologin noch nicht approbiert ist.

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Verteidigung will Öffentlichkeit ausschließen

Die Befragung der Zeugin wird voraussichtlich am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Dem Gericht liegt laut Bitter ein entsprechender Antrag von Högels Verteidigerinnen vor, um die Intimsphäre des Angeklagten zu schützen. Zunächst war geplant gewesen, dass die Psychologin bereits heute vernommen wird.

Gutachter hofft auf weitere Erkenntnisse

Die Aussage ist für das Gericht und den Sachverständigen Henning Saß von Bedeutung. Der Psychiatrie-Professor Saß, der erst im Laufe des Prozesses für den erkrankten Gutachter Konstantin Karyofilis eingesprungen ist, soll die Schuldfähigkeit von Högel beurteilen. Da der Angeklagte das direkte Gespräch mit Saß verweigert, muss sich dieser bei seiner Einschätzung auf die Aussagen im Prozess stützen.

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Sachverständige sollen vernommen werden

Neben der Psychologin sind in dieser Woche auch der Gutachter des Klinikums Oldenburg, Professor Georg von Knobelsdorff, und der medizinische Sachverständige des Gerichts, Professor Wolfgang Koppert, als Zeugen geladen. Der emeritierte Medizinprofessor von Knobelsdorff hatte im Auftrag des Klinikums Oldenburg in Patientenakten nach Auffälligkeiten während der Dienstzeit Högels geforscht. Laut Gerichtssprecherin Bitter weichen die Bewertungen der beiden Professoren in einigen Fällen voneinander ab.

134 Leichen wurden exhumiert

Koppert, der als Chefarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig ist, hatte für die Staatsanwaltschaft nach verdächtigen Todesfällen in den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst gesucht. Auf Grundlage der Akten gab er Empfehlungen für die Exhumierung möglicher Opfer. Insgesamt wurden 134 Gräber geöffnet, um Beweise gegen Högel zu sichern. Laut Anklageschrift soll der frühere Krankenpfleger zwischen 2000 und 2005 im Klinikum Oldenburg 36 Patienten und im Delmenhorster Krankenhaus 64 Patienten mit überdosierten Medikamenten vergiftet haben. Wegen sechs weiterer Taten verbüßt Högel bereits eine lebenslange Haftstrafe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.03.2019 | 08:00 Uhr

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