Stand: 06.02.2018 13:35 Uhr

Lies fordert Konsequenzen aus Frachter-Havarie

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) sieht nach der Havarie der "Glory Amsterdam" im vergangenen Oktober dringenden Handlungsbedarf bei den Sicherheitskonzepten an der norddeutschen Küste. "Sowohl die Abläufe als auch die technische und personelle Ausstattung des Havariekommandos müssen dringend verbessert werden", sagte Lies am Dienstag nach einer Unterrichtung des Unterausschusses für Häfen und Schifffahrt im Landtag. Aus diesem Grund habe er bereits eine Organisationsuntersuchung für das Havariekommando veranlasst und Haushaltsmittel zur Verbesserung im Personalbereich anmelden lassen.

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Niedersachsen 18.00

Lies will aus "Glory Amsterdam"-Havarie lernen

19.01.2018 18:00 Uhr
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In Aurich sind am Freitag Umweltminister Olaf Lies (SPD) und Vertreter des Havariekommandos zusammengekommen. Es ging um Lehren aus dem Unglücksfall für künftige Katastrophen. Video (01:10 min)

Havariekommando nennt elf Optimierungspunkte

"Wir dürfen nicht den Fehler machen und nur reagieren, wenn es zu Umweltschäden kommt", betonte Lies. "Wir können von Glück reden, dass bei dem Seeunfall im Herbst nicht mehr passiert ist." Nach dem viel kritisierten Einsatz habe das Havariekommando selbst elf Optimierungspunkte genannt. Lies bezeichnete es als ungewöhnlich, dass diese Punkte nicht bereits früher, vor der Havarie, angesprochen worden seien. Er kündigte an, die Umweltministerkonferenz Norddeutschland reaktivieren zu wollen, um gemeinsam mit den Ministern der anderen Küstenländer über Verbesserungen der Havarievorsorge zu beraten.

Odyssee auf der Nordsee

Die "Glory Amsterdam" hatte sich Ende Oktober während eines Sturms von ihrem Ankerplatz bei Helgoland losgerissen. Nach mehreren gescheiterten Schleppversuchen lief sie schließlich rund zwei Kilometer vor Langeoog auf Grund. Erst nach mehreren Tagen konnte der Frachter nach Wilhelmshaven geschleppt werden.

Heftige Kritik am Sicherheitskonzept

Nach der Havarie hatten der Landkreis Wittmund und die Bürgermeister der Ostfriesischen Inseln das Sicherheitskonzept bei Havarien scharf kritisiert. Das Havariekommando habe keine Schleppverbindung zu dem Schiff herstellen können, als es steuerlos auf der Nordsee getrieben sei, hieß es im Dezember in einer Resolution. Das sei aber ein Kernproblem angesichts des zunehmenden Schiffsverkehrs in der Nordsee. Das Sicherheitskonzept müsse dringend verbessert werden, um eine Ölpest im Nationalpark Wattenmeer zu verhindern. Die "Glory Amsterdam" war bei der Havarie unbeladen, hatte aber fast 2000 Tonnen Treibstoff an Bord.

SOS an Bord: Schiffsunglücke in Niedersachsen

Weitere Informationen

"Glory Amsterdam": Die Havarie und die Folgen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 06.02.2018 | 06:30 Uhr

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