Stand: 15.01.2019 19:54 Uhr

LAVES-Expertenteams kontrollieren Schlachthöfe

Nach mehreren Fällen von Tierquälerei in niedersächsischen Schlachthöfen hat Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) einen Neustart in den Schlachthöfen und ein Höchstmaß an Tierschutz gefordert. Ein zentraler Aspekt sei dabei die Entwicklung besserer Kontrollsysteme. Ein mögliches Modell dafür werde derzeit vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) erprobt. Eigens aufgestellte Expertenteams seien im Einsatz, um Schlachthöfe genauer unter die Lupe zu nehmen. Ihre Besuche, die in Zusammenarbeit mit kommunalen Veterinären erfolgen, sollen dabei immer unangekündigt erfolgen.

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Schlachthof-Skandal: Veterinäre involviert?

12.11.2018 19:30 Uhr
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Bei den Tierschutzverstößen auf einem Oldenburger Schlachthof könnten auch Veterinäre involviert gewesen sein - das zeigen Videoaufnahmen des Deutschen Tierschutzbüros. Video (01:54 min)

"Zusätzliche fachliche Kompentenz"

Zwei LAVES-Expertenteams sind seit November im Einsatz. Sie setzen sich nach Angaben von LAVES-Präsident Eberhard Haunhorst aus Tierschutzexperten sowie vier technischen Ingenieuren zusammen. Die Teams sollen Amtsveterinäre, die sonst Schlachtungen überwachen, unterstützen. Laut Haunhorst gehe es dabei um eine "zusätzliche fachliche Kompentenz". So könnten etwa die Ingenieure aufgrund ihrer speziellen Ausbildung eine technische Einrichtung viel genauer begutachten, so der LAVES-Präsident. Das braucht allerdings Zeit - pro Woche könnten derzeit maximal zwei Schlachthöfe von den LAVES-Experten kontrolliert werden.

18 Kontrollen seit November

In ihren bisherigen Einsätzen haben die Teams 18 Schlachthöfe kontrolliert. In zwei Fällen wurden Mängel bei der Betäubung der Tiere festgestellt. Eine Anlage habe eine zu geringe Stromstärke ausgewiesen, in einem anderen Fall sei die sogenannte Betäubungsfalle falsch konstruiert gewesen. Diese Unzulänglichkeiten seien inzwischen beseitigt, sagte Haunhorst dem NDR. Die Zulassung der Betriebe, deren Namen er nicht nennen wollte, sei derzeit nicht gefährdet.

Neues Kontrollsystem zum Sommer?

Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast hatte im November eingeräumt, dass die Praxis stichprobenartiger Kontrollen bei der Betäubung durch die Amtstierärzte unzureichend sei. Sie setzt darauf, Schlachthöfe per Videokamera zu überwachen. Als weitere Ansätze gelten eine Verbesserung der Aus-und Fortbildung für Amtsveterinäre, mehr Personal und mehr unangemeldete Kontrollen. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen soll das neue Kontrollsystem bis zum Sommer umgesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.01.2019 | 17:00 Uhr

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