Stand: 07.05.2018 16:13 Uhr

Holocaust-Leugnerin Haverbeck in Haft

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck ist am Montagmittag im ostwestfälischen Vlotho (Nordrhein-Westfalen) von der Polizei festgenommen worden. Das hat die Polizei Herford bestätigt. Anschließend wurde ihr der zuvor erlassene Haftbefehl verkündet und sie "an die zuständige Justizvollzugsanstalt übergeben", wie es hieß. Zuvor hatte der Haverbeck-Vertraute und Rechtsextremist Markus Walter gegenüber dem NDR Magazin Panorama die Festnahme bestätigt. Sie sei in Haverbecks Haus erfolgt. Walter setzt sich seit Jahren für die notorische Volksverhetzerin Haverbeck ein.

Vollstreckungshaftbefehl erlassen

Die Staatsanwaltschaft Verden hatte zuvor den Vollstreckungshaftbefehl gegen Haverbeck erlassen. Sie war in der vergangenen Woche nicht zu ihrer Haftstrafe in Bielefeld erschienen. Auch hatte Haverbeck versucht, gesundheitliche Bedenken gegen einen Haftantritt geltend zu machen. Laut Staatsanwaltschaft liegt allerdings ein amtsärztliches Attest vom April vor. Das bescheinige der Verurteilten, gesundheitlich fit für einen Gefängnisaufenthalt zu sein. Zuletzt hatte das Internationale Auschwitz Komitee Polizei und Justiz dazu aufgefordert, im Fall Haverbeck hart durchzugreifen.

Holocaust-Leugnung

Die mehrfach vorbestrafte Frau war Ende August 2017 vom Landgericht Verden wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Hintergrund waren Beiträge der Rechtsextremistin im Neonazi-Blatt "Stimme des Reiches". Darin bestritt sie den Holocaust. Haverbeck, die aktuell für die Partei "Die Rechte" bei der Europawahl kandidiert, hat wiederholt behauptet, dass in Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern lediglich ein Arbeitslager der Nationalsozialisten existiert habe. Ihre Anwälte argumentierten, dass diese Aussagen vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.05.2018 | 13:00 Uhr

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