Stand: 13.11.2019 21:47 Uhr

Enercon: Zwei Krisentreffen, wenig Ergebnisse

Bei einem weiteren Krisentreffen zum Jobabbau beim Windkraftanlagenbauer Enercon in Aurich hat es am Mittwochabend noch keine konkreten Ergebnisse gegeben. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) traf sich mit der Geschäftsführung und Vertretern der Gewerkschaften, des Landkreises und der Arbeitsagentur. Althusmann lobte die Bereitschaft von Enercon, sich weiter an Gesprächen über die Zukunft der 1.500 Beschäftigten in Aurich zu beteiligen. Schon kommende Woche soll eine Task-Force unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums eingerichtet werden. Darin sollen Vertreter von Enercon sowie aus Politik und Gewerkschaften ausloten, welche Perspektiven es für die Beschäftigten gibt.

Angestellte arbeiten an einem Rotorblatt einer Windkraftanlage.

Enercon plant Stellenabbau

Hallo Niedersachsen -

In Hannover haben sich Ministerpräsident Weil, die Minister Lies und Althusmann mit der Enercon-Leitung getroffen. Die sieht keine Alternative zum Stellenabbau. Politische Maßnahmen kämen zu spät.

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Kettwig: Keine Aufträge mehr für Rotorblattproduktion

Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig bekräftigte allerdings in Aurich erneut, dass Enercon keine Aufträge mehr für die Rotorblattproduktion habe. Damit stünden die Jobs in Ostfriesland und weitere 1.500 in Magdeburg langfristig vor dem Aus, sagte Kettwig. Althusmann betonte, dass die Politik nun den Rahmen für die Windenergie verbessern müsse, um das Ausbauziel von zusätzlichen fünf Gigawatt aus Windenergie pro Jahr zu schaffen. Das helfe den Beschäftigten allerdings nur langfristig.

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IG Metall begrüßt Gespräche

IG-Metall-Vertreter äußerten sich zurückhaltend nach den Gesprächen. Es sei positiv, dass Enercon nun endlich auch mit Gewerkschaften an einem Tisch sitzen und verhandeln wolle. Er halte das allerdings für normal, sagte Thomas Gelder von der IG Metall Leer-Papenburg. Das Ziel sei weiterhin, Mitarbeiter fortzubilden oder ihre Arbeitsplätze mit Kurzarbeit oder anderen Jobs bei Enercon zu erhalten.

Treffen in der Staatskanzlei in Hannover

Ohne konkrete Ergebnisse war bereits ein erstes Gespräch in Hannover zu Ende gegangen: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) und Wirtschaftsminister Althusmann hatten sich am Mittwochvormittag mit Kettwig in der Staatskanzlei getroffen. Kettwig zeigte sich allerdings bereit, über Kurzarbeit und Transfergesellschaften für die Beschäftigten zu reden.

Weil will Druck in Berlin erhöhen

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Nach dem Krisentreffen stellten sich Enercon-Chef Kettwig (l.) und Ministerpräsident Weil der Presse.

Weil lobte das vertrauensvolle Gespräch. Die aktuelle Krise sieht er als hausgemachtes Problem bei Enercon. Der Ministerpräsident räumte aber auch ein, dass in den vergangenen Jahren auf politischer Seite zu wenig passiert sei. Es gehe jetzt um die Glaubwürdigkeit der Energiewende, betonte Weil. Niedersachsen werde den Druck in Berlin erhöhen, damit die Windenergiebranche in Niedersachsen wieder klare Perspektiven bekommt.

Deutliche Kritik an Enercon von Lies

Bereits vor dem Gespräch hat Umweltminister Lies das Auricher Unternehmen kritisiert. "Enercon hat sich stets geweigert, mit Gewerkschaften zusammenzuarbeiten", sagte er. Das sei ein großer Fehler von Enercon, denn mit den finanziellen Mitteln von Gewerkschaften könnten auch in schwierigen Zeiten Konzepte zur Fortführung des Betriebs umgesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.11.2019 | 20:00 Uhr

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