Stand: 16.11.2019 21:55 Uhr

Enercon-Krise: Weil besorgt über Stellenabbau

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Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich wegen der Enercon-Krise in Aurich mit Betriebsräten des Unternehmens getroffen.

Im Ringen um die Zukunft des Windanlagenbauers Enercon gehen die Gespräche weiter. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) haben am Sonnabend in Aurich mit Enercon-Beschäftigten über den drohenden Stellenabbau gesprochen. Zu einer Podiumsdiskussion am Vormittag, zu der die IG Metall eingeladen hatte, kamen allerdings nur wenige Enercon-Mitarbeiter, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Thomas Gelder von der IG Metall Leer/Papenburg äußerte dafür Verständnis: Alle seien verunsichert, weil die Lage in der deutschen Windanlagenindustrie dramatisch sei. Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgten sich um ihre wirtschaftliche Existenz. Für die Menschen sei das schwer erträglich, sagte Gelder. Die Landesregierung mache Druck auf Enercon, zugleich müsse aber in Ruhe überlegt werden, wie die bedrohten Arbeitsplätze in Ostfriesland zu retten seien. Vertreter der Arbeitgeberseite waren zu dem Termin nicht eingeladen.

Ministerpräsident Weil spricht beim Enercon-Besuch in Aurich zu den Journalisten.

Weil besucht Enercon-Mitarbeiter in Aurich

Hallo Niedersachsen -

Eine Woche nach der Ankündigung des Stellenabbaus bei Enercon hat Niedersachsens Ministerpräsident Weil in Aurich mit Beschäftigten des Windanlagenherstellers gesprochen.

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Ministerpräsident besorgt

Weil zeigte sich besorgt über den Umgang der Unternehmensführung mit den Mitarbeitern. Da scheine vieles nicht zum Besten zu stehen. "Da war von Angst und Einschüchterung die Rede. Ich wünsche mir sehr, dass man diese Krise auch zum Anlass für einen Neustart im Umgang untereinander nimmt." Umweltminister Lies betonte, dass Enercon in der Öffentlichkeit unter Druck stehe. Nicht ohne Grund sei die Firmenspitze am vergangenen Mittwoch zur Landesregierung gereist. Das habe es noch nie gegeben und sei ein erster Schritt gewesen, sagte Lies. Es bräuchte einen Zukunftsplan, sagte der SPD-Politiker. Nur so könnten dauerhafte Arbeitsplätze in der Region sichergestellt werden.

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Enercon plant Stellenabbau

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Enercon-Chef macht keine Hoffnungen

In dieser Woche war es bereits das dritte Treffen zur Enercon-Krise: Am Mittwoch sprachen Ministerpräsident Weil und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zunächst allein mit Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig. Dieser bekräftigte danach, dass am angekündigten Abbau von bundesweit bis zu 3.000 Stellen aus seiner Sicht kein Weg vorbei führt. Allein in Ostfriesland stehen 1.500 Arbeitsplätze vor dem Aus. Nach Angaben des Unternehmens liegt ein wesentlicher Grund für den stockenden Absatz darin, dass in Deutschland in letzter Zeit kaum noch neue Windkraftanlagen errichtet werden. Viele Mitarbeiter haben Angst, sich zu der Situation öffentlich zu äußern. Nach NDR Informationen wurde in einem der betroffenen Zulieferbetriebe sogar Druck ausgeübt auf Kollegen, die sich mit Unterschriftenlisten organisieren wollen.

Regierungserklärung von Weil vorgesehen

Klar ist, dass die Gespräche weitergehen werden: Kommenden Mittwoch soll in Aurich eine neue Arbeitsgruppe unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums beginnen, mit Enercon über Alternativen zum Stellenabbau zu verhandeln. Bereits am Dienstag ist die Enercon-Krise Thema im Landtag. Ministerpräsident Weil wird dazu eine Regierungserklärung abgeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2019 | 17:00 Uhr

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