Das Containerschiff "Amoenitas" in deutschen Gewässern auf dem Weg zu seinem Zielhafen in Wilhelmshaven. © Nord-West-Media TV/dpa

Chemie-Müll aus Beirut in Wilhelmshaven eingetroffen

Stand: 16.05.2021 16:47 Uhr

Nach der schweren Explosion im August im libanesischen Beirut wird ein Teil der hochgiftigen Abfälle in Niedersachsen sortiert. Am Sonntag ist ein Schiff mit Sondermüll in Wilhelmshaven angekommen.

"Alles ist fachgerecht verpackt und muss nicht mehr geöffnet werden", sagte ein Sprecher des Bremer Transportunternehmens Combi Lift. An Bord des Schiffes sind 59 Container mit Lack- und Farbschlämmen, außerdem gebrauchte Chemikalien und Spraydosen. Wie Combi Lift vorab mitteilte, werden sie am JadeWeserPort in Wilhelmshaven abgeladen, abgefertigt und im Laufe der kommenden Woche zur Mülldeponie nach Wiefels (Landkreis Friesland) gebracht. Bis allerdings alle Container dort angekommen sind, werde es einige Wochen dauern. Die Hilfe bei der Entsorgung des Giftmülls hatte Deutschland nach der Explosion in der libanesischen Hauptstadt im vergangenen Jahr zugesagt.

Lies beruhigt, Bürger besorgt

Auf der Mülldeponie Wiefels sollen die Chemikalien allerdings nicht entsorgt werden. Dort werden sie lediglich sortiert und dann weiter verteilt. So sollen Lacke und Farben beispielsweise in Bremen aufbereitet werden. Andere Abfälle gehen nach Hamburg und Brunsbüttel. Dem Entsorgungsunternehmen zufolge ist der Prozess unbedenklich - solche Stoffe würden in Deutschland täglich aufbereitet. Auch Umweltminister Olaf Lies (SPD) betonte: Es bestehe keine Gefahr für Menschen. Trotzdem macht sich die Bügerinitiative "Lebenswertes Jever" Sorgen: Die Hilfe für den Libanon könnte der Anfang sein für weitere weltweite Sondermüll-Transporte über Wilhelmshaven nach Friesland, so eine Sprecherin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.05.2021 | 08:00 Uhr

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