Besucheransturm auf Volksfest Kramermarkt in Oldenburg

Stand: 01.10.2022 16:35 Uhr

Bei trockenem Wetter ist der 415. Oldenburger Kramermarkt am Freitag mit rund 110.000 Besuchern gut gestartet, wie die Stadt mitteilte. Auch am Samstag war der Andrang trotz heftiger Regenschauer groß.

Spielmannszüge marschierten und Sportvereine zogen am zweiten Tag des Volksfestes mit Wagen durch die Straßen. Der große Festumzug ist ein Höhepunkt des Kramermarkts. Vom Staatstheater aus zogen rund 100 Festwagen und Fußgruppen zum Marktgelände an den Weser-Ems-Hallen. Zwei Jahre lang war der Kramermarkt in Oldenburg Corona-bedingt ausgefallen. Mit einer Fläche von 90.000 Quadratmetern, rund 250 Geschäften und einer erwarteten Besucherzahl von bis zu 1,5 Millionen Gästen gehört der Kramermarkt zu den großen deutschen Volksfesten. Bis zum 9. Oktober wird beim größten Volksfest im Nordwesten gefeiert.

Oldtimer-Parade und Puppenbühne

Weitere Programmpunkte auf dem 415. Kramermarkt sind ein Laternenumzug und das Kinderfeuerwerk "Kranichs Feuerzauber" am 7. Oktober. Am 8. Oktober findet zum ersten Mal eine Oldtimer-Parade auf dem Marktgelände des Kramermarktes statt. Außerdem gibt es täglich Artistik- und Feuerkunstdarbietungen sowie Kasper-Vorstellungen der Puppenbühne für Kinder.

Etwa 40 Fahrgeschäfte auf dem Kramermarkt

Ende August war als erstes Fahrgeschäft bereits das Riesenrad auf dem Festgelände an den Weser-Ems-Hallen angekommen. Das rund 60 Meter hohe und 450 Tonnen schwere Rad wird mit knapp 30 Lastwagen zu den jeweiligen Veranstaltungsorten transportiert. Unter seinen 42 Gondeln befindet sich auch eine Spezialgondel, in der zwei Rollstühle gesichert platziert werden können. Insgesamt gibt es beim Oldenburger Kramermarkt etwa 40 Fahrgeschäfte. 

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In Oldenburg stehen Gondeln für den Aufbau des Riesenrades auf dem Kramermarkt bereit. © Stadt Oldenburg

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Zwei Jahre Freizeitpark "LaOla"

In den vergangenen zwei Jahren hatte es statt des Kramermarkts den kleineren, temporären Freizeitpark "LaOla" gegeben. Dieser fand statt der gewohnten zehn Tage vier Wochen statt und umfasste von der Größe in etwa ein Viertel des Kramermarkts. Die Corona-bedingten Auflagen, den Kramermarkt in seiner originären Form zu veranstalten, seien zu hoch, sagte Schausteller-Chef Michael Hempen 2021 NDR Niedersachsen zu der Entscheidung. Bei einer Beschränkung auf täglich nur 5.000 bis 8.000 Besucher auf 90.000 Quadratmetern Fläche wäre ein klassischer Kramermarkt demnach wirtschaftlich ein Fiasko gewesen. "Damit die Kramermarkt-Philosophie auch in den Köpfen bleibt, soll der Kramermarkt nur so stattfinden, wie es die Menschen gewohnt sind", so Hempen damals.

Kramermarkt: Wie alles begann

1608 wurde von Graf-Anton-Günther zur Belebung des Handels in der Stadt die "Verordnung wegen der OldenburgerKrahmer-Marckte" erlassen. In den ersten fast 200 Jahren fand dann ein reiner Markt der Bauern, Handwerker, Krämer und reisenden Händler statt, die ihre Waren des täglichen Bedarfs und Gebrauchsartikel für Haus und Hof verkauften. Später kamen Musikanten, Puppenspieler, Seiltänzer, Kunstreiter und Magier zur Unterhaltung dazu. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es dann die ersten Schausteller, die Wachsfiguren ausstellten, die ersten Karussells wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgebaut. Nach und nach wurden die Geschäfte immer größer, so dass der Kramermarkt immer wieder umziehen musste. 1963 war der bisher letzte Umzug vom Pferdemarkt zu den Weser-Ems-Hallen.

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Ein Riesenrad auf dem Kramermarkt in Oldenburg. © NDR Foto: Philipp Müller

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Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Hallo Niedersachsen | 30.09.2022 | 19:30 Uhr

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