Ein Windpark: Windräder vor bewölktem Himmel. © picture alliance Foto: Jochen Tack

Ausbau von Windenergie an Land stockt weiter

Stand: 25.01.2021 19:52 Uhr

Um die Klimaziele einzuhalten, soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65 Prozent steigen. Trotz einer Novelle des entsprechenden Gesetzes kommt der Ausbau aber nach wie vor nicht voran.

von Katharina Seiler

Auch Niedersachsen als das Windenergieland Nummer 1, wo fast 6.500 Windenergieanlagen mehr als 11.000 Megawatt Strom produzieren, ist davon betroffen. Es finde zwar ein jährlicher Zubau statt, aber es könnte deutlich mehr sein, sagte Christian Schnibbe vom Windenergieunternehmen Wpd gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Wpd hat unter anderem einen Sitz in Osnabrück und plant und betreibt Windparks in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, aber auch weltweit. Schnibbe spricht von einer Ausbau-Delle. Daran ändere auch die gerade beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nichts.

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Artenschutz und Bundeswehr stoppen viele Projekte

Die größten Hindernisse liegen auch für Wpd bei den Genehmigungsverfahren. So scheiterten zum Beispiel rund 60  Prozent aller Projekte an den deutschen Regeln zum Artenschutz. Ein weiteres Problem sind die großen Abstände zu Luftfahrt-Navigationsanlagen der Bundeswehr. Dadurch fielen viele mögliche Flächen für Windkraftanlagen weg, heißt es.

Appell an die Politik

Dass die Windenergiebranche durch bestehende Regeln und komplizierte Genehmigungsverfahren ausgebremst wird, sieht auch der Bundesverband Windenergie so. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz reicht nach Ansicht des Verbandes so noch nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Deshalb müsse die Politik jetzt die weiteren angekündigten Maßnahmen vorlegen. Unter anderem soll ein Ausbaupfad für die Windenergie an Land festgelegt werden. Außerdem soll geregelt werden, wie Projekte zügiger geplant und genehmigt werden können und wie man die Akzeptanz der unmittelbaren Anwohner erhöhen könnte, zum Beispiel mit günstigen Stromtarifen. Die Politik solle nicht weiter wichtige Entscheidungen vertagen, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes für Windenergie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.01.2021 | 08:00 Uhr

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