Stand: 10.03.2018 18:19 Uhr

Anne Kura ist neue Landesvorsitzende der Grünen

Die Grünen in Niedersachsen haben am Sonnabend bei einem Landesparteitag in Oldenburg eine neue Vorsitzende gewählt: Die 33-jährige Osnabrückerin Anne Kura erhielt 91,5 Prozent der Stimmen. Sie war die einzige Kandidatin für die Nachfolge von Meta Janssen-Kucz. Diese hatte ihr Amt im November niedergelegt, weil sie zur Landtagsvizepräsidentin gewählt worden war. Kura wird die niedersächsischen Grünen gemeinsam mit dem Ko-Vorsitzenden Stefan Körner zunächst nur bis Ende Oktober führen. Dann stehen reguläre Neuwahlen des Parteivorstands an.

Kura will "mehr Debatte"

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Anne Kura und Stefan Körner sind Landesvorsitzende der Grünen in Niedersachsen.

Wie die zurückgetretene Janssen-Kucz wird Anne Kura dem linken Flügel der Grünen zugerechnet. Seit Herbst 2016 ist Kura Beisitzerin im Landesvorstand. Ihr Schwerpunkt lag bisher in der Osnabrücker Kommunalpolitik, wo sie dem Stadtrat angehört. In ihrer Bewerbung hatte Kura angekündigt, dass sie die Landes-Grünen inhaltlich öffnen wolle. Die Partei müsse den Mut haben, Positionen zu beziehen, die nicht alle schon haben und "mehr Debatte" wagen. Kernthemen der Grünen seien zwar weiter Ökologie und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus müsse die Partei aber auch "die Antworten für soziale Gerechtigkeit weiter nach vorne stellen", sagte Kura der dpa.

Viele neue Parteimitglieder

Kura sieht ihre Partei in einer Aufbruchstimmung. Als Indiz verweist sie auf viele neue Mitglieder. Demnach seien die Grünen in Niedersachsen inzwischen knapp an der 7.000-Mitglieder-Grenze, was ein Allzeit-Hoch sei, so Kura. "Ganz viele Menschen sind motiviert, genau jetzt bei den Grünen mitzumachen und politisch aktiv zu werden", sagte die im ostwestfälischen Bünde aufgewachsene Kura. Den neuen Schwung will die Sozialwissenschaftlerin nutzen, um die Grünen jenseits von Öko-Themen breiter aufzustellen. Jetzt sei die richtige Zeit, mehr Verantwortung zu übernehmen und den Umgestaltungsprozess der Grünen voranzutreiben.

Bundesvorsitzender Habeck zu Gast

Auch der neue Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck war in Oldenburg dabei: Vor der Wahl der Landeschefin hielt er eine Rede. Er forderte seine Parteikollegen auf, in der Diesel-Affäre Druck auf Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auszuüben. "Der Ball ist direkt im Feld", sagte Habeck in Anspielung auf die Beteiligung des Landes an Volkswagen. "Euer VW-Konzern ist eher die Spitze des Problems als Teil der Lösung." Habeck forderte die Abkehr vom Verbrennungsmotor: "Die Umstellung muss jetzt beginnen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.03.2018 | 08:00 Uhr

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