Stand: 13.05.2019 10:52 Uhr

Schlachthofskandale: Vorwürfe gegen Tierärzte

Tierärzte kritisieren, dass es auf Schlachthöfen eine Kultur des Wegschauens gebe, die Verstöße gegen den Tierschutz erst möglich machten. (Themenbild)

Nach den Skandalen um gequälte Tiere in Schlachthöfen gibt es verstärkt Kritik an der Rolle der Tierärzte. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Die Organisation Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft bemängelt, dass solche Zustände nur möglich seien, wenn alle Beteiligten wegschauten. "Solche Vorfälle, die wir jetzt auch in kleineren Schlachthöfen sehen, können nur funktionieren, wenn alle Beteiligten mitmachen. Das ist der Amtsleiter. Das sind die beauftragten Tierärzte. Das ist der Schlachter und letztlich der Landwirt", sagte Diana Plange vom Verein Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft.

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Schlachthof-Skandale: Veterinärämter im Visier

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Es besteht der Verdacht, dass Veterinäre im Zusammenhang mit den Schlachthofskandalen in den vergangenen sechs Monaten bewusst weggeschaut haben. Video (05:12 min)

Kranke Tiere geschlachtet

Zuletzt war ein kleiner Schlachthof in Düdenbüttel im Landkreis Stade geschlossen worden, weil nachweislich verletzte und kranke Tiere zum Schlachten geschleppt wurden, obwohl das verboten ist. Auch in einem Schlachthof in Bad Iburg im Landkreis Osnabrück wurden Tierschutz- und Hygienebestimmungen missachtet.

Verstöße gefilmt

Videoaufnahmen einer Tierrechtsorganisation vom vergangen Oktober zeigen eine verletzte Kuh in einem Transporter. Daneben steht eine Tierärztin. Sie reicht dem Landwirt die Kette, mit dem das Tier aus dem Wagen gezogen werden soll. Die zuständigen Landkreise sagen, die Veterinärämter hätten keine Kenntnis von den Zuständen gehabt. Bewusstes Weggucken von Amtsseite gäbe es nicht. Die Schlachthöfe in Bad Iburg und Düdenbüttel sind inzwischen geschlossen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 09.05.2019 | 07:30 Uhr

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