Stand: 07.03.2019 13:16 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Katrin Konert verschwand wohl beim Trampen

Im Fall Katrin Konert verfolgt die Polizei im Landkreis Lüchow-Dannenberg einen neuen Ansatz zum Verschwinden des Mädchens vor 18 Jahren. Spezialisten der vom Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen unterstützten Ermittlungsgruppe gehen davon aus, dass die damals 15-Jährige vor ihrem Verschwinden eine Mitfahrgelegenheit bis mindestens nach Clenze (Landkreis Lüchow-Dannenberg) gesucht hat, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Polizei hatte bislang zwar vermutet, dass das Mädchen in ein Auto gestiegen war. Es gab aber auch die Annahme, dass Konert in eine Wohnung gegangen sei.

Neuer Ansatz im Fall Katrin Konert

Niedersachsen 18.00 -

Die Ermittler sind sich im Fall der vor 18 Jahren verschwundenen Schülerin Katrin Konert nach einer Zeugenaussage sicher, dass sie zu jemandem ins Auto gestiegen ist.

5 bei 1 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Neuer Zeuge meldet sich nach 18 Jahren

Aufgrund der Aussagen eines neuen Zeugen hält die Polizei diese Annahme nun für unwahrscheinlich. Der Zeuge habe Angaben zum Verhalten des Mädchens und Zeitangaben zum 1. Januar 2001 gemacht. Der zeitliche Ablauf könne dadurch wesentlich eingeengt werden, sagte Polizeisprecher Kai Richter dem NDR. Zeugenaussagen, die noch im Raum standen, seien nun widerlegt. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit" könne man daher sagen, dass Katrin Konert in ein Auto gestiegen ist, so der Polizeisprecher. Der Zeuge hatte sich nach dem Aufruf im vergangenen November gemeldet. Zuvor hatte dieser 18 Jahre geschwiegen. Was er damals gesehen habe, sei ihm bis dahin nicht wichtig vorgekommen, sagte der Zeuge nach Polizeiangaben.

Polizei: Konert stieg freiwillig zum Täter ins Auto

Nach dieser "Tramper-Hypothese" vermuten die Ermittler, dass das Mädchen in Bergen (Dumme) im Bereich Neue Straße/Bushaltestelle zu dem Täter ins Auto stieg. Katrin Konert sei als Anhalterin bei einem Fremden oder Bekannten ins Auto gestiegen, vielleicht habe sie aber auch ein Taxi genommen, hieß es. Im weiteren Verlauf sei es dann vermutlich zu einem Tötungsdelikt gekommen, so die Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fahrer des Pkw einen regionalen Bezug hat - das heißt, dass die Person und damit wahrscheinlich der mutmaßliche Täter in den Abendstunden des 1. Januars 2001 ein Ziel im Bereich Bergen hatte.

Polizei wendet sich an Bevölkerung

In Zusammenhang mit diesem neuen Ansatz wendet sich die Polizei erneut an die Bevölkerung. Die Ermittler suchen nach Menschen, die Ende der 1990er-/Anfang der 2000er-Jahre im Landkreis Lüchow-Dannenberg, insbesondere im Bereich der Ortschaften Bergen, Jiggel und Clenze, per Anhalter unterwegs waren und dabei auffällige Begegnungen, Begebenheiten oder Situationen erlebt haben. Auch wer Menschen kennt, die in diesem Zeitrahmen in der betroffenen Region Anhalter mitgenommen haben, interessiert die Ermittler. Darüber hinaus fragen die Ermittler, ob jemand am Tag des Verschwindens von Katrin Konert am 1. Januar 2001 auf der Strecke Bergen an der Dumme - Clenze etwas aufgefallen ist.

Anonyme Hinweise möglich

Hinweise nimmt die Ermittlungsgruppe "Konert" telefonisch unter (05841) 12 20, per E-Mail an eg-konert@pk-luechow.polizei.niedersachsen.de oder auch anonym über das Hinweisportal "BKMS" entgegen. Dort könnten Hinweisgeber auch in einen schriftlichen Austausch mit der Polizei treten, ohne dass die Ermittler Rückschlüsse auf die Identität oder den Standort der Person ziehen könnten, erklärte der Sprecher.

Handy-Nachricht als letztes Lebenszeichen

Katrin Konert wurde das letzte Mal am 1. Januar 2001 an einer Bushaltestelle in Bergen (Dumme) gesehen. Das damals 15 Jahre alte Mädchen war auf dem Heimweg von ihrem Freund. Letztes Lebenszeichen war eine Handy-Nachricht an ihre Schwester. In der Folge versuchte eine Sonderkommission herauszufinden, was passiert war.

Ergebnislose Suche nach Leiche im Waldstück

Ende Oktober 2018 hatte die Polizei bekannt gegeben, im Fall Katrin Konert bei Null anzufangen. Die neu besetzte Ermittlungsgruppe (EG) der Kriminalpolizei arbeitet mit der Operativen Fallanalyse des LKA zusammen. So wurde eine von Profilern beratene Gruppe mit acht Beamten eingerichtet, die Belohnung wurde auf 10.000 Euro verdoppelt. Außerdem startete die Polizei eine Flugblattaktion und ging von Tür zu Tür. Im Januar hatte die Polizei nach einem anonymen Hinweis in einem Waldstück im Landkreis Lüchow-Dannenberg nach der Leiche von Katrin Konert gesucht, aber nichts Relevantes gefunden. Nach der Wiederaufnahme des Falles seien mehr als 100 Hinweise und Spuren eingegangen, teilten die Ermittler am Donnerstag mit.

Weitere Informationen
NDR 2

Täter Unbekannt: Der Fall Katrin Konert

NDR 2

Seit dem Staffelfinale unseres True Crime Podcasts sind bei der zuständigen Ermittlungsgruppe neue Hinweise eingegangen. Hören Sie hier alle sechs Folgen und das jüngste Update. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 07.03.2019 | 13:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:25
Hallo Niedersachsen
03:37
Hallo Niedersachsen
02:50
Hallo Niedersachsen