Stand: 15.02.2018 15:00 Uhr

"Kartoffel des Jahres": Preis für "Rote Emmalie"

So sieht sie von innen aus, die preisgekrönte Kartoffel: Die "Rote Emmalie" wurde zur "Kartoffel des Jahres" gewählt

Barum im Landkreis Uelzen hat knapp 800 Einwohner, es gibt einen Sportclub und einen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes. Und: einen preisgekrönten Kartoffelzüchter. Karsten Ellenberg heißt der Mann und er hat gerade für seine "Rote Emmalie" den Titel "Kartoffel des Jahres 2018" eingeheimst. Ellenberg ist kein unbeschriebenes Blatt in der Szene: Bereits vor einigen Jahren hatte er bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als er die Sorte "Linda" für die deutschen Kartoffel-Fans rettete.

Preis wird seit 2006 verliehen

Stichwort: Die Kartoffel

Die Kartoffel gehört zu den wichtigsten Nahrungsmitteln weltweit. Ihr deutscher Name leitet sich vom
italienischen Tartufolo für Trüffel ab. Wie die Tomate ist Solanum tuberosum ein Nachtschattengewächs. Die nahrhafte Knolle stammt ursprünglich aus Südamerika.
Größter Produzent ist heute China, gefolgt von Indien, Russland, der Ukraine und den USA. Deutschland kommt erst auf Platz sechs. Gut 11,7 Millionen Tonnen wurden 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bundesweit geerntet.
Den Durchbruch der Kartoffel als Massennahrungsmittel brachte die Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Stärke, Eiweiß, Vitamine und Mineralien enthaltende Knolle mauserte sich zu einem hochwertigen Veredelungsprodukt und findet sich heute in unzähligen Nahrungsmitteln wieder, selbst in Gummibärchen. (Quelle: dpa)

Der Hersteller wollte die Knolle damals vom Markt nehmen, weil sie kein Geld mehr einbrachte. Ellenberg sicherte sich eine Zulassung in Großbritannien und durfte die Sorte dann auch wieder in Deutschland anbauen. Doch zurück zur "Emmalie": Die Knolle aus der Heide wurde gekürt, weil sie aus ökologischer Züchtung stamme und durch ihre rote Farbe auffalle. Das teilte die Jury am Donnerstag in Nürnberg bei der Biofach mit. Dabei handelt es sich um die weltgrößte Messe für Naturkost und Naturwaren. Der Preis, der seit 2006 verliehen wird, soll auf die Vielfalt bei den Kartoffelsorten aufmerksam machen.

"Ausgesprochen feine Konsistenz"

"Sie schmeckt würzig und hat eine ausgesprochen feine Konsistenz", sagte Wilfried Stegmann. Er ist Sprecher des Arbeitskreises, der die Auszeichnung vergibt. Das rote Fruchtfleisch sei dem Pflanzenfarbstoff Anthocyan zu verdanken, der ähnlich auch bei Erdbeeren und Himbeeren vorkomme. "Anthocyane sind Antioxidative, ihnen wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben", so Stegmann weiter. Laut Ellenberg machen Geschmack, Robustheit, Ertrag und Lagerfähigkeit eine gute Kartoffel aus.

"Red Emmalie" goes USA

Etwa zwei bis drei Millionen Euro könnte die Neuzüchtung einer Sorte kosten. "Die hatten wir nicht", sagt er. "Als kleiner Bauer wird man oft belächelt, aber wir haben es mit wenig Mitteln und unserem Können hinbekommen." Ellenbergs Hof hat 80 Hektar und zehn Angestellte. Ein Viertel der Fläche gehört den Kartoffeln, rund 100 Sorten werden dort angebaut. Er hat Partner in Kanada, als "Red Emmalie" wird seine Züchtung auch in den USA angebaut. Aus Barum hinaus in die große weite Welt sozusagen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Regional Lüneburg | 15.02.2018 | 17:00 Uhr

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